2/3 ITCHY (s) über Luxusprobleme und Beziehungstipps

Foto: Jaro Suffner

Kürzlich waren Itchy ohne Poopzkid (haha sorry, aber der musste sein) in der Muddastadt zu Gast. Will heißen hier musste die Gunst der Stunde genutzt werden. Also traf unsere Autorin Vic Voltage Max und Sibbi, auf ein kurzes aber intensives Bordsteinstelldichein hinter der o2 Arena.

Dort spielen sie zwar nicht, aber da kann man sehr gut Tourbusse parken, duschen und Banddinge tun. Seit 16 Jahren machen das die Eislinger nun schon und werden dessen keineswegs müde. Mit ihrem siebten Album „All we know“ stellen sie das einmal mehr unter Beweis.

„Also wir haben wirklich nicht vor in absehbarer, oder nicht absehbarer Zukunft aufzuhören und wir haben ja jetzt grade eine Tour mit Bad Religion gespielt und die haben gestern erzählt, dass die vor 37 Jahren angefangen haben. Da waren wir  noch nicht mal auf der Welt und manche noch nicht mal geplant. Die sind immer noch auf Tour und haben jeden Abend Spaß. Deswegen sind das ganz große Vorbilder, was das angeht und wir haben auch vor nicht vor aufzuhören. Von daher ist die Frage ja hinfällig.“ rügt mich Sibbi. Ich durfte sie trotzdem drin lassen weil die Antwort seiner Meinung nach so geil war. Max möchte sich zwar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, findet aber, dass es nach der aktuellen Namenänderung mindestens noch 30 Jahre weitergehen wird. ITCHY sind sogar ganz gerne mal Support für andere Bands. „Da kann man früh Schluss machen und viel Bier trinken.“ erklärt mir Max.  „Wir waren ja auch letztens schon Vorband von Sum 41. Wobei da das Publikum da sehr deckungsgleich ist. Da ist das eher als wären wir Headliner. Bei Bad Religion ist es schon was anderes, weil die Fans auch ältere Semester sind. Man hat vielleicht nicht so leichtes Spiel, aber es ist eine gute Herausforderung. Das hat auch super geklappt, das Publikum war voll bei uns und die Herren von Bad Religion konnten das bestätigen. Die hatten auch schon Vorbands die meinten, dass wär die schlimmste Erfahrung gewesen die sie gemacht haben. Für uns war das eine super Tour.“ fügt Sibbi hinzu.

WIR KRIEGENS NICHT MEHR WEGGESOFFEN

Apropos, nachdem sich Itchy von Poopzkid getrennt haben, zog der heutzutage gefürchtete Shitstorm, Gott sei Dank an Sibbi, Max und Panzer vorbei. „Es gab natürlich Kommentare von Fans die jahrelang unseren alten Bandnamen auf der Brust trugen. Die waren erstmal vor den Kopf gestoßen bzw. überrascht. Aber es waren keine Hasskommentare oder so. Mittlerweile redet da auch schon niemand mehr drüber. Panzer hat sich auf der Bühne zweimal versprochen und hat uns mit ‚Vielen Dank wir sind Itchy Poopzkid‘ verabschiedet (was übrigens ein Eis kostet pro Bandmitglied). Ja richtig gelesen, Eis. Wieder erwarten wird hier nicht um Bier oder Schnaps gewettet, da dies im Überfluss in der Kühlschränken der in- und ausländischen Backstagebereiche vorhanden ist. Fazit, die Itchys kriegens einfach nicht mehr weggesoffen. Die Luxusprobleme der Punkbands von heute führen also zu erhöhtem Eiskonsum. Schmeckt ja auch. Womit wir auch beim Thema First World Problems wären. Denn eine Sache die Sibbi wirklich gut kann ist  auf einem Gitarrenkoffer über’s Publikum zu surfen. Die andere Sache die er überhaupt nicht kann ist Verlieren, deshalb zockt er auch nicht gegen Max FIFA, erzählt mir der Frontmann. „Ich bin in nix weltklasse, aber ich bin in allem gut. Das ist echt schön. Kürzlich war ich mit ein paar Leuten Go Cart fahren und wurde nur dritter. Ich hab es ums Verrecken nicht geschafft besser zu sein und das hat mich maßlos aufgeregt. Das Problem, was mir selbst auffiel ist, dass wenn ich gewinne ist das für mich selbstverständlich und wenn ich verliere rege ich mich total auf. Das heißt ich freue mich eigentlich nie in meinem Leben.“ Was Max dazu bringt, Sibbi darauf hinzuweisen, dass er wie ein total unsympathisches Arschloch klingt. Man muss dazu sagen, dass bei ITCHY ein ziemlich großes Stück Ironie nicht fehlen darf, so auch in diesem Interview. In dem Song „Fall Apart“ stellen sie einmal mehr unter Beweis, dass sie den Unterschied zwischen wirklichen Missständen und kein WLAN zu haben sehr wohl kennen.

Foto: Ilkay Karakurt

LIEBESTÖTER SPÜLMASCHINE

Auf dem neuen Album befindet sich ebenfalls ein klassisches Liebeslied namens „Before you go“. Die Inspiration dazu kam Sibbi während des Geschirr Abtrocknens mit seiner Herzdame. „Weil abtrocknen ein Beziehungsöffner ist. Ich reg mich zwar oft darüber auf, dass ich keine Spülmaschine habe, aber Abtrocknen ist eine Zeit, in der man mit der Partnerin mal in Ruhe reden kann und man nicht sofort vom Essen zum Fernsehen übergeht. Man muss es genießen und mal ein bisschen endschleunigen.

Max hat übrigens eine Spülmaschine und würde auch nicht ohne sie leben wollen. „Ich wohne allerdings auch in einer WG mit zwei weiteren Personen, die ungefähr so ähnlich sind wie ich“ (Sibbi: sprich Säue) Da brauche ich dann nicht noch mit denen abtrocknen und reden.“

Generell fiel mir bei einigen Alben auf, dass Wasser häufig in ITCHY-Songs thematisiert wir, wie zum Beispiel aktuell in „The Sea“. Dahinter steckt jedoch kein perfider Plan sondern einfach eine starke Affinität zum kühlen Nass. „Wir mögen ja jegliche Art von Wasser. Auch das zum Trinken, ganz wichtig drei Liter am Tag (Lifehack) und auch Flüsse und Seen. Max und ich tauchen sehr gern. Das ist aber kein beabsichtigter roter Faden. Mit dem Song „The Sea“ ist einfach nur gemeint, komm mit, vertrau mir wir gehen jetzt ans Wasser und haben eine gute Zeit. Ich kann mich auch ans Meer setzen und da einfach ne Stunde lang raufgucken. Das kann ich sonst im Leben nicht.

Im Herbst ist es dann ob mit oder ohne Wasser sowieso wieder vorbei mit der Entspannung, denn da steigen die drei wieder in den Tourbus. Mit vielversprechenden Vorbands, die Max aber noch nicht verraten möchte. „Es hat dieses Mal wirklich alles an Anfragen gesprengt, was wir bisher hatten. Ich weiß gar nicht warum. Aber wir haben wirklich viele Anfragen für Supportbands und da sind auch viele befreundete Bands dabei. So fällt die Wahl natürlich schwer und dafür brauchen wir noch Zeit.“ Bis dahin lernen wir erstmal die neuen Texte von „All we know“ auswendig und klären uns ein paar Tickets würd ich sagen.

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Vic Voltage

Vic Voltage

Mein Name ist Victoria, dem ein oder anderen vielleicht auch unter meinem Pseudonym "Vic Voltage" bekannt. Ich bin 29 Jahre alt und wohne seit knapp 4 Jahren in Berlin. Als freie Autorin schreibe ich für unterschiedliche Formate und bin genauso neugierig wie hungrig auf interessante Stories und Menschen. Mein Herz schlägt für Punkrock und Hip Hop. Irgendwie paradox sagen einige, ich nenne es vielseitig. Auch wenn das Wort so abgenutzt ist wie ne alte Sofadecke. Ich lese gerne Hemingway und pumpe prollige Gangsta-Rap-Texte, na und? Ansonsten stehe ich auch gern selbst mal vor der Kamera, aber das hier nur am Rande...

P.S.: wie ich es hasse über mich selbst zu schreiben hahaha
Vic Voltage

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