8 Kids + Endokard – Schlosskeller Darmstadt, 26. Januar 2018

Heimspiel bevor es durch die Decke geht

Da half auch kein Muff Potter, Lyvten, Love A oder gar Adriano Celentano. Sie wollten die 8 Kids sehen, fertig. 5 Minuten nach meiner Ankunft steht fest, dass heute ein etwas anderes Publikum am Start ist als sonst bei Konzerten der Radaudisko. Nicht die üblichen Verdächtigen, sondern auch auffallend junges Publikum. Und vor allem sehr viel Publikum.

Die Vorverkauftickets waren ausverkauft, aber ein paar Karten hatte man für die Abendkasse zurück gehalten. Endokard machten den Opener und hatten doch schwer mit den Einstellungen zu kämpfen. Der Auftritt der Leverkusener hatte mich etwas enttäuscht. Allerdings nur, bis mir nachher Veranstalter Carsten erzählte, dass der Sänger wohl dick im Stau stand, dann mit 140 Sachen auf der Autobahn geblitzt wurde und exakt 5 Minuten bevor er auf die Bühne musste, den Raum betrat. Da ich solche Auftritte auch schon hinter mir habe und weiß, dass man erst einmal Zeit braucht, um am Konzertort anzukommen bevor man auf die Bühne geht, sei ihnen das verziehen.

Dann merkte man schon, dass die Leute Bock hatten auf das was jetzt kommt. Ruck Zuck füllte sich der Raum und die 8 Kids bretterten los. Sehr geile Show. Sänger Jonas sang und schrie, mal mit Gitarre, mal ohne, mal auf dem Schlagzeug, mal direkt im Publikum. So sieht eine gute Show aus. Und damit es live auch ordentlich Druck hat, hatten die Drei keinen geringeren als Christian „Kohle“ Kohlmannslehner am Bass dabei, der ja auch verantwortlich für die Aufnahme des Albums war. In „Denen die wir waren“ solltet ihr sowieso mal rein hören. Das Ding läuft bei mir seit geraumer Zeit in Dauerschleife, weshalb sich die noch zu schreibenden Reviews um 14 Tage verzögern, haha.

Das verdammt textsichere Publikum bekam dann auch alle Hits um die Ohren gehauen und ich hätte mir gut und gerne noch 3-4 Songs mehr angehört. Andererseits wurde es dann auch mal Zeit für ´nen Schnaps. Und außerdem war ja auch noch Radaudisko angesagt. Mh, nur wo waren die Leute? Jetzt rächte sich die Tatsache, dass heute ein völlig anderes Publikum am Start war. Die Leute gingen an den Merchstand, ließen sich Autogramme geben und verschwanden dann. Naja, wird einem ja auch so beigebracht auf Konzerten in der Batschkapp oder Festhalle. Aber hier sollte ja eigentlich noch gemütlich tanzend der Abend ausklingen. Da half aber wie gesagt kein Muff Potter, Lyvten, Love A oder gar Adriano Celentano, die im direkten Anschluss an das Konzert aufgelegt wurden, die Leute gingen nach Hause. Merkwürdig.

Alles in allem aber ein spaßiger Abend mit einem gelungenen Heimspiel der 8 Kids. Ich glaube die würde ich gerne mal außerhalb Darmstadts sehen, kann mir gut vorstellen dass es weiter weg mittlerweile auch schon fast so gut abgeht wie Zuhause. Einziger Wehrmutstropfen: Lange wird man die Kids wohl nicht mehr in den kleinen Clubs spielen sehen können. Aber dann sind wir wieder beim Thema Batschkapp und dann passt das auch mit dem direkten Weg nach Hause.


Info:

8 Kids: Homepage, Facebook

Endokard: Facebook

Radaudisko: Facebook

Schlosskeller: Homepage, Facebook

Marco Capgras

Marco Capgras

Exil Darmstädter, aus dem wunderschönen Bad Offenbach geflohen. 1995 - 2012 bei der Punkband „Ungunst“ am Mikrofon, mimt er jetzt bei seiner aktuellen Band „Captain Capgras“ den großen Zampano. Zwischendurch schnappt er sich mal seine Kamera und knipst ein bißchen fürs Polytox. Das will er so lange machen, bis er die Konzertfotografie beherrscht. Somit dürfte er uns also noch sehr lange erhalten bleiben…
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