Keele – Gut und dir

Postpunk

Foto: Charles Engelken
Foto: Charles Engelken

Keele sind jung und unverbraucht, kommen aus Hamburg und das hört man ihnen an.

So, Keele sind also die erste Band seit 20 Jahren, die es ganz klassisch mit Demo-Versenden auf Rookie Records geschafft hat. Glückwunsch! Das dürfte wahrscheinlich nicht nur bei Rookie Records selten sein. Und es zeugt von einer gewissen Qualität. Und die ist Keele nicht abzusprechen. Deutschsprachiger Postpunk mit Texten, die ohne die typischen Floskeln auskommen. Teils hymnisch, mal nachdenklich, immer mit einer gewissen euphorischen Melancholie.

Keele besingen die kleinen großen Themen, die einen umtreiben, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht. Und die Suche nach dem, was man sich unter Leben vorstellt. Mir gefällt das eigentlich gut, weil ich grundsätzlich solche Bands mag. Man merkt, Keele haben sich Gedanken gemacht, viel Wert ins Songwriting und das Schreiben der Texte investiert, und wenn die Band sich nicht aus irgendwelchen Gründen in nächster Zeit selbst zerlegen sollte, steht ihnen eine große Zukunft bevor.

Aber mich langweilt das gerade ungemein. Leider erwischt mich “Gut und dir” zur falschen Zeit. Ich bin gerade etwas übersättigt vom Befindlichkeitspunkrock. Ich habe in letzter Zeit einfach zu viel traurige Musik von melancholischen jungen Männern gehört, die mit vielem hadern und an vielem verzweifeln. Mir ist zurzeit mehr nach Arschtritt, Abfuckmusik und Wut. Sorry. Beim nächsten Album bin ich wieder versöhnlicher und dann bekommen Keele das euphorische Review, das sie eigentlich verdient hätten.


Info

Format: CD/LP/DL

Label: Rookie Records

Band Website: hwww.keele.de/

Label Website: www.rookierecords.de

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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