Alarmsignal – Revolutionäre sterben nie!

Deutschpunk-Aushängeschild

Gelegentlichen kritischen Diskussionen bzgl. des Gehalts von Deutschpunk, sei es inhaltlicher sowie musikalischer Natur, lässt sich seit gut 15 Jahren Alarmsignal entgegen halten. Ein unglaubliches Gespür für Melodien, welche kein Einhören bedürfen, fette Chöre, welche glücklicherweise nicht in ein Schunkel-Tote-Hosen-Fahrwasser geraten, genauso wie eine musikalisch handwerkliche hervorragende Leistung an allen Positionen, machen die Band jetzt bereits seit einer Dekade zum absoluten Aushängeschild der Szene. So ist auch Revolutionäre sterben nie! absolute Pflicht in jeder Plattensammlung.

Bereits 2007 veröffentlicht, hatte es das Album bisher nicht auf das schwarze Gold geschafft, welches für alle Veröffentlichungen ihres damaligen mir völlig unbekannten Labels gilt. Dieser Umstand wird nun in den Veröffentlichungen der Band rückwärtslaufend behoben, was gleichzeitig den schönen Nebeneffekt hat, sollte es jemanden geben, welcher Hits wie Moderne Sklaverei, Wert des Lebens, Krieg oder Alles für Alle noch nicht sein Eigen nennt, dies nachholen kann, ohne irgendwelchen schwäbischen Grauzone-Flitzpiepen sein Geld in den Rachen zu werfen, da selbiges viel besser im Schlund des symphatischen Labels Antikörper Export aufgehoben ist.

So kann jeder selbst nachhören, dass der Schlagzeuger in einem tollen Tempo die Songs durch die verschiedensten inhaltlichen Gefilde jagt: Solidarität, Umverteilung, Freundschaft, Kindesmisshandlung, die Entfremdung durch Arbeit, Tierrechte und natürlich Dosenpfand. Alarmsignal versteht es hier die richtigen Positionen zu beziehen und spricht Klartext, immer mit einem Hang zum Schlachtruf, ohne aber dabei platt zu wirken. Besonders stark ist der (bis heute) abwechselnde Gesang, welcher die Platte sehr kurzweilig gestaltet, da jede einzelne Stimme der Band eine eigene Färbung und somit auch einen eigenen Stil in die Waagschale wirft. So ist vom wunderschönen kratzigen Geschrei bis zum musicaltauglich akkuraten Gesang wirklich alles dabei. Nicht zuletzt möchte ich darauf hinweisen, dass die Band live ein Erlebnis ist, aber das wird wohl jedem bekannt sein.


Info

Format: LP + Download

Band: Homepage, Facebook

Label: Homepage, Facebook

Taube

Taube

Republikflüchtige Eltern entrissen mich wenige Wochen vor dem Mauerfall der DDR und so kam es letzten Endes, dass ich in Stuttgart als Columbidae sozialisiert wurde. Jeder, der das ehemalige Gestüt kennt, wird verstehen, dass es mich weiter zog. Da es mir an Kreativität mangelt, lebe ich heute (noch) in Berlin. Aber auch hier musste ich feststellen: Ich hasse Menschen! Musikalisch ist mein dilettantisches Schlagzeugspiel auf der ein oder anderen Deutschpunkplatte zu finden; dementsprechend fühle ich mich also dem Deutschpunk nicht entwachsen, sondern verbunden.
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