CJ Ramone – American Beauty

Erwartungen nicht erfüllt

Das letzte in die Kultband Ramones aufgenommene Mitglied CJ Ramone hat man als Soloband sicher spätestens 2014 wahrgenommen, als sein zweites Album Last Chance To Dance auf Fat Wreck erschien – wie Amercian Beauty nun auch wieder. Damals freuten sich viele Musik- und Ramonesfans über diese Scheibe, weil einfach viel Ramoneskes drin steckte. Bei American Beauty dürfte das deutlich anders ausfallen. So zumindest bei mir, da ich mich wieder auf Songs im erwarteten Stil freute. Beim Opener Let’s Go wurde ich das nicht nur vom klassischen Titel her, da passte auch noch der Sound.

Doch eigentlich direkt danach, wurde meine Vorfreude sozusagen im Stile einer gut funktionierenden Handbremse gestoppt, auch wenn hier und da noch passende Titel folgten – bspw. Girlfriend In A Graveyard oder Run Around. Nicht, dass ab dem zweiten Song bloß noch Stuss aus den Boxen kommt, aber eben nicht das, was ich erwartet habe. So wirklich etwas mit Songs, die von einer der einflussreichsten Rockbands ever stammen, hat American Beauty sehr wenig zu tun. Stattdessen mit einem recht netten und gleichzeitig unspektakulären Punk-‘n’-Roll-Album. Auf mich wirkt das wie so eine klassische „Ich probier das jetzt mal aus, weil da hab ich gerade Lust drauf“-Nummer. Das kann er natürlich auch gerne machen und ist auch sein gutes Recht, bloß glaube ich kaum, dass ihm das viele Fans ein weiteres Mal durchgehen lassen. Denn dafür ist er eben keines der übergroßen Originale. So blöd das auch klingen mag.

CJ Ramones neues Album American Beauty ist ein gut gespieltes, top produziertes Punkrock-Album das hört man wirklich. Aber eben auch nicht wirklich mehr, denn dafür fehlen die Originalität und/oder die deutliche Reminiszenz zur New Yorker Legende. Wenn ich also etwas aktuelles hören möchte, das mich an die Ramones erinnert, dann entscheide ich mich ganz klar für die Isotopes.


Info:

Format: LP, CD

Band: CJ Ramone

Label: Fat Wreck

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky

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