COR – Leitkultur

Na, das ist doch mal interessant. Dieses Album habe ich schon einmal für eine andere Internetplattform besprochen. „Damals“ als Vorabveröffentlichung, nun liegt mir die fertige CD vor. Um es gleich vorweg zu sagen: Das Album ist immer noch klasse. Nur, wie bespricht man ein Album ein zweites Mal? Oder anders: Warum bespricht das Ding hier kein anderer vom Polytox? Ganz einfach, soll es jemand besprechen der mit COR nichts anfangen kann? Das wäre unfair der Band gegenüber und totaler Quatsch. Außerdem finde ich es recht spannend jetzt noch einmal meinen Senf dazu abgeben zu dürfen, zumal ich mir das Album mittlerweile echt einige Male reingezogen habe, weil ich es wirklich gut finde.

Mein erster Favorit war nach den ersten Durchgängen der Song „Das schöne Leben“, zu dem mittlerweile auch ein Video erschien. Den Text unterschreibe ich direkt: „Und sprecht mir nicht von Schuld der Wirtschaft und der Bosse. Ihr könnt euch nicht beherrschen, sie nutzen eure Gier“. Und dann weiter mit den wahren Worten: „Was wir wirklich brauchen um glücklich zu sein: Zeit, Gesundheit, Liebe, Gemeinsamkeit“. So sieht´s aus! Jetzt, da ich die Texte nochmal komplett in einem Rutsch durchlesen kann, fällt auch nochmal auf, dass es sich hier um wirklich gute Texte handelt. Auf den Punkt, aber niemals platt.

„Vollkontakt“ tritt ganz im Stil von „Körpereinsatz“ vom „Freistil, Kampfstil, Lebensstil“ –Album in den Allerwertesten. Beim ersten Durchhören ging bei mir der erste Song etwas unter. Wahrscheinlich weil ich ´nen COR-Klopper als Opener erwartet hatte. Der Song entfaltet aber nach 2-3 Durchgängen seinen Charme mit Sätzen wie „Über eure Städte wird Gras wachsen, über euren Gräbern wird Gras wachsen“. Starker Song! Wie bei meinem ersten Review, sei auch hier nochmal klargestellt: Für mich das beste COR Album bisher. Die Songs gehen besser ins Ohr. Im Gegensatz zu manch anderen COR-Platten überspringe ich hier keinen Song. Das Ding höre ich mir in einem Rutsch durch, das ist echt ein rundes Album geworden. Und noch immer gilt: Mit Songs wie „Propaganda“ kommt man nicht in die Charts, aber man läuft sehr lange in meinem Player: „Und am Ende, sahen wir dann, die Lüge als die Wahrheit an/uns selber als unfehlbar an“. Großartig!


Info

Format: LP + Download

Band: Homepage, Facebook

Label: Homepage

Marco Capgras

Marco Capgras

Exil Darmstädter, aus dem wunderschönen Bad Offenbach geflohen. 1995 - 2012 bei der Punkband „Ungunst“ am Mikrofon, mimt er jetzt bei seiner aktuellen Band „Captain Capgras“ den großen Zampano. Zwischendurch schnappt er sich mal seine Kamera und knipst ein bißchen fürs Polytox. Das will er so lange machen, bis er die Konzertfotografie beherrscht. Somit dürfte er uns also noch sehr lange erhalten bleiben…
Marco Capgras

Letzte Artikel von Marco Capgras (Alle anzeigen)

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*