DRUNK MOTORCYCLE BOY – Try

Emo-Punk

Drunk Motorcycle Boy veröffentlichen mit “Try” ihren ersten Longplayer. Wer klassischen Emo-Punk mag, sollte der Band mal ein Ohr leihen.

Schön, dass der betrunkene Motorradjunge immer noch fährt. Und schön ist es auch, dass sie ihrem Stil treu geblieben sind. Denn das ist feiner Emo-Punk, der seine Wahlverwandschaft zu Bands wie Hüsker Dü, Dag Nasty, Samian oder Jawbreaker gar nicht verschweigen möchte. Was direkt auffällt ist der Gesang. Zum einen ist der nicht, wie oft üblich, in den Vordergrund gemischt, sondern auf eine Ebene mit den restlichen Instrumenten gemischt. Zum anderen wird hier wirklich gesungen und nicht geschrien oder gesprochen.

Es geht gut los. Gleich der erste Song “Tryboy” gefällt mir sehr gut. Weitere Songs, die direkt gut ins Ohr gehen sind “Live a Life”, “Sad Goodbye” oder natürlich “Dead Old Man”. Auch die übrigen Songs sind nicht von schlechtern Eltern. Aber was dann mit zunehmender Spielzeit ein bisschen nervt, ist die fehlende Abwechslung. Irgendwie klingen die Lieder zwar gut aber auch recht ähnlich. Anfangs dachte ich, dass läge an der Musik, an fehlender Dynamik und fehlenden Breaks oder Tempiwechseln. Ich glaube aber, es liegt am Gesang. Der ist variiert kaum in der Tonlage und auch in der Art des Gesangs. Eingangs schrieb ich ja schon, dass Sänger Tobi sehr melodisch und sehr hoch singt und das durchgängig. Vielleicht würde es helfen, wenn er an manchen Stellen auch einmal aus sich herausgehen, mal schreien oder brüllen würde. Das würde dem Ganzen sicher gut tun. Denn die Qualität der Songs stimmt ja.

Drunk Motorcycle Boy sind erfahrene Musiker, das Können ist da. Wäre das Album eine Fußballmannschaft, würde man aber sagen: Das Team besticht durch die mannschaftliche Geschlossenheit. Dagegen ist nichts zu sagen, nur ist es doch meist so, dass die wirklichen Sternstunden von Teams mit Ballzauberern kommen. Und ich glaube schon, dass Drunk Motorcycle Boy zaubern können (sinnbildlich gesprochen :-)). Sie müssen es einfach nur zulassen.


Info

Format: LP

Label: Backbite Records

Band Website: http://drunkmotorcycleboy.com/

Label Website: http://shop.backbite-records.de/

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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