DUTCHESS SAYS – Sciences nouvelles

Wave-Punk

Manchmal gibt es Alben, die eigentlich so gut sein könnten, aber dann doch aus dem Mittelmaß nicht herauskommen. „Sciences nouvelles“ von Dutchess Says ist leider so eine Platte.

Es gibt Bands und Alben, die möchte man eigentlich in den Himmel loben, weil man sie total sympathisch findet, doch leider stimmt dann die Qualität oder irgendwas anders nicht an Band oder Album. So geht es mir zurzeit mit “Sciences nouvelles”, dem neuen Album von Dutchess Says. Dass enthält viele gute Songs. Gleich der Auftakt “Inertia” zum Beispiel, das mit einer Stranglers-Gedächtnis-Keyboard-Melodie aufwartet, dazu dann der leicht hysterisch wirkende Gesang von Bandleaderin Annie-Claude Deschênes. Oder das starke “I repeat myself”, das den Spagat zwischen 80s-Popappeal und Dark Wave mühelos bewältigt. Oder “Negative Thougts”, dessen düsterer, an Killing Joke erinnernder Basslauf, durch den hohen Gesang von Deschênes konterkariert wird. Mit “Pink Coffin” versteckt sich auf diesem sonst sehr synthilastigem Album dann sogar ein noisiger HC-Punk-Song, bei dem Deschênes sehr oft die Textzeilen “I don’t give a fuck” wiederholt. In diesen Momenten wirken Dutchess Says wie ein großartige Mischung aus Le Tigre und Lost Sounds.

Dann gibt es aber etliche Songs, knapp die Hälfte von den zehn Lieder auf “Sciences Nouvelles”, die instrumental und leider auch langweilig daherkommen. Diese Stücke wirken wie lose Ideen, die noch nicht ganz zu Ende gedacht sind, aber trotzdem als Füllmaterial aufs Album mussten. Dass ist schade, denn ich bin mir sicher, diese Stücke, wie etwa “Inertia Part II” oder “Poubelle” hätten sich zu tollen Liedern ausarbeiten lassen. So wirkt “Sciences Nouvelles” etwas halbgar. Die eine Hälfte des Albums ist sehr gelungen, die andere ist solala. Schade.


Info

Format: CD/LP/Download

Label: Slovenly Records

Band Website: www.facebook.com/duchesssays/

Label Website: www.slovenly.com

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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