EA80, Oiro und Boy Division im Schanzenzelt – Hamburg

Zusatzkonzert in schickem Ambiente

„Man liebt Sie oder hasst Sie“! Ein Spruch den ich in Zusammenhang mit keiner anderen Band so oft gehört habe wie bei EA80.

Da ich zur ersten Kategorie gehöre und die raren Auftritte mich immer tief emotional berühren, war die Vorfreude auf das gemeinsame Konzert mit OIRO, den Mofapunk’s aus Düsseldorf, und Hamburgs bestangezogenen Coverband Boy Division sehr groß.

Was ich am meisten an EA80 schätze ist, dass sie sich in Ihren, mittlerweile über 35 Jahren Bandgeschichte, stets treu geblieben sind, sich nie verkauft und immer Ihr „Ding“ gemacht haben.

Das konsequent gepflegte „Understatement“ spiegelt auch die offizielle Homepage wieder. Eine schwarze Seite, die in schlichten weißen Buchstaben der Name EA80 ziert. Nichts weiter, keine Kontaktdaten, keine Tour-Ankündigungen, kein Link.

Das hat Stil!

Geplant war eigentlich ein Konzert der Bands auf der MS Stubnitz, welches am nächsten Tag stattfand, doch da dies sehr schnell ausverkauft war, wurde ein zweites Konzert im Schanzenzelt im Hamburger Schanzenpark angeboten. Gerne wäre ich zu dem Konzert auf der MS Stubnitz gegangen, habe davon allerdings zu spät erfahren.

Eingeläutet wurde das Konzert von Hamburgs bestangezogensten Coverband – Boy Division.

Mit dilettantisch genialem Perfektionismus wird so ziemlich alles durch das Megaphone verwurstet was 40 Jahre Wave, Punk und Popgeschichte zu bieten hat. Das Schlagzeug besteht aus einem, an einem Barhocker, befestigten Becken (Rest), einem Trümmerhaufen von Kochpott, und einem E-Pad und was der Mann hinter den „Trommeln“ da so rausholt, alle Achtung. Freunde des gepflegten Thrash werden Freude an der Band haben und denen, die mit dem extrovertierten Auftreten des Sängers kein Problem haben, wird auch fürs Auge was geboten. Ich fand sie Klasse.

Weiter ging es mit den Düsseldorfer Mofapunks von Oiro.

Mich haben sie, mit ihrem energiegeladenen deutschsprachigen Punk-Rock, von Ihren Live-Qualitäten völlig überzeugt. Die Jungs machen das zum Spaß, haben Spaß und schaffen es, das auf das Publikum zu übertragen. Mal witzig, mal witzig mit ernsten Hintergrund und doch mit viel Freude dabei.

Und dann: Die Helden meiner Jugend!

Das erste mal habe ich EA80 Mitte der 80er im JUZ Verden gesehen, in meiner kurzen Karriere als Sänger auf einem Konzert 1988 mit ihnen die Bühne geteilt und über die Jahre hinweg immer mal wieder, einen Ihrer raren Auftritte gesehen und wurde nicht einmal enttäuscht. Dass die Herren nicht mehr die Jüngsten sind, tut der Spielfreude keinen Abbruch. Junge tobt nach wie vor in eruptionsartigen Ausbrüchen durchs Publikum und schreit und singt sich den Weltschmerz aus der Seele.

Für mich sind die Auftritte von EA80 immer eine sehr emotionale Angelegenheit, die mich, wie es nur sehr wenige Bands schaffen, tief berührt. Zum einen eine innere Zeitreise mit vielen Erinnerungen, zum anderen die Freude darüber, dass mich die Musik noch immer und trotz der vielen Jahre bewegt. Dass das immer noch funktioniert.

Piet Diercks

Piet Diercks

Als eingefleischter norddeutscher Torfkopf in einem 25 Häuser zählenden Dorf, nahe der Kleinstadt Verden /Aller, zwischen Plattdeutsch, Landjugend und Doppelkopf aufgewachsen. Bis auf ein 2.5 Jähriges Intermezzo in der „Großstadt“ Bremen der Norddeutschen Provinz treu geblieben verbindet Piet seit mehreren Jahren zwei seiner größten Leidenschaften, die Photographie und die Musik. Als blackwork ist Piet auf zahlreichen Konzerten und Festivals im vornehmlich Norddeutschen Raum mit der Kamera unterwegs …was liegt also näher wie es auch mal mit dem schreiben bei Polytox zu versuchen.
Piet Diercks

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