Erotic Devices – Musikgewordener ’77-Sex

'77-Sex

Bei Erotic Devices ist Fummeln ausdrücklich erwünscht. Immerhin behauptet die Band ihrem Namen nach ein Sexspielzeug zu sein. Widersprechen möchte ich in dem Fall nicht, weil mir der ’77-Punkrock über die Maßen gut gefällt, weshalb ich mich über das neue Album All We Wanna Do Is Rock ‘n’ Roll sehr freute. Etwas schade finde ich es allerdings, dass sich die Band ziemlich rar macht. Auch dieses Jahr steht nur noch ein Konzert an. Obendrein war das komplette Trio so sehr beschäftigt, dass mir das Bandmaskottchen ED meine Fragen beantwortete.

Das dafür auf entsprechend schmutzige Weise und ein maßgebliches Missverständnis wurde glücklicherweise ebenfalls aufgeklärt.

Sex – Sex – Sex

Wenn du dich an deine ersten sexuellen Erfahrungen erinnerst, welcher Song fällt dir dazu ein?

Surf Punks-Big Top.

Du Ferkel. Welche musikalischen Tipps hast du denn außer Erotic Devices zum Poppen?

The Plasmatics.

Da hätte ich auch noch drauf kommen können. Sagst du zu Poppen auch Poppen oder was sind deine Lieblingsalternativen dazu?

Squee! Squee! Squee!

Klingt nach nem schrillen Ton. Von der Musik abgesehen, welche Tipps kannst du sonst noch geben?

Hauen, Beißen, Alles geben.

Soll ich vom Thema ablenken, weil es langsam zu privat wird?

Mach ruhig weiter, es beginnt mich anzuturnen.

Pfui, man soll mir keine Sodomie nachsagen können, darum Themenwechsel. Am 21. Oktober war die Releaseshow des neuen Albums. Wurden die Erwartungen an den Abend erfüllt, bzw. kannst du dich überhaupt noch daran erinnern?

Das war eine richtig wilde Party, ich kann mich also wirklich nicht mehr an alles erinnern. Aufgewacht bin ich neben einer Ratte, was toll war, aber es war eine männliche Ratte!

Sieht in der Tat nach einer ziemlich heißen Releaseshow aus.

Sieht in der Tat nach einer ziemlich heißen Releaseshow aus.

Die Hose wieder geschlossen

Folgt jetzt eigentlich eine vierwöchige Deutschlandtour, bevor es im Frühling mit einer 6-monatigen Welttournee weitergeht?

Ich liebe es mit der Band unterwegs zu sein. Aber es sieht leider nicht danach aus, als ob die faulen Fucker auch dieses Jahr wieder mehr als ihre Minitour machen – und die war schon im Frühjahr.

Seit ein paar Jahren gilt in vielen Schuppen das Rauchverbot. Darf man das „Who Farted“ auf dem Cover als Kritik an diesem Verbot auffassen? Denn was man seitdem alles riecht, huiuiui …

Hahaha, machst du Witze? Hmmm, das ist doch allerfeinstes Parfüm. Uärgh! Wenn du beispielsweise schonmal auf dem Rebellion Festival in England gewesen wärst, hättest du diese Frage nicht gestellt. Dort sind alle auf Bier und Bohnen und ständig am furzen. Die Frage „Who farted?“ ist dort ein Klassiker.

Woher kommt eigentlich das Faible für die Ratte als Band-Markenzeichen? Bzw. ist das nicht zu sehr Punk-Klischee?

Eine Ratte? Moment, ich muss kurz durchatmen. Ich bin ein verdammtes Mehrschweinchen und Punk As Fuck du Sack! Ich liebe diese Band. Begonnen habe ich als Roadie und bin jetzt das Maskottchen, Yeah, Racka Racka!

Oh Tschuldigung für die Verwechslung. Besser mal schnell abgelenkt. Nicht wenige zelebrieren dieses Jahr 40 Jahre Punk. Feiert ihr munter mit?

Na klar sind wir da dabei. Wir machen ordentlich Druck auf den Kessel und lassen keine Gelegenheit aus. Am besten gefielen mir die letzten beiden Konzerte mit The Zips in Babelsberg und die Release-Show in Berlin, wo auch noch The Pissed Ones dabei waren. Ich freue mich wie blöd auf den 25. November, wenn wir in Prag sind und dort den Klub Buben auf den Kopf stellen.

Nun gibt’s da einmal im Jahr in Berlin dieses tolle „Poor & Weird“-Festival, wo Erotic Devices auch dieses Jahr wieder nicht spielen. Haben die sich 2013 so daneben benommen, oder was ist das los?

Oh ja, das ist wirklich ein tolles Festival. Vor drei Jahren war das wirklich ne richtig heftige Party, die erst am kommenden Nachmittag im Trinkteufel endete. Vielleicht klappt’s ja nächstes Jahr wieder. Ich gehe auch dieses Jahr wieder hin und werde mir alle Bands anschauen.

Und wieder hat die Band neben ihrer Musik ein Cover, das der Musik in der Qualität in nichts nachsteht
Und wieder hat die Band neben ihrer Musik ein Cover, das der Musik in der Qualität in nichts nachsteht.

Band Website: www.eroticdevices.org

Die Review zum Album


 

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky

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