Fat Wreck Nachzügler-Triple

Zeitlose Soundtracks

Jo, alle drei Fat Wreck Alben, die hier besprochen werden, sind schon den ein oder anderen Monat erschienen. Trotzdem wollen wir sie nicht einfach unter den Teppich kehren und darum hier nun die Reviews zu den Neuerscheinungen von Bad Cop/Bad Cop, Direct Hit und Western Addiction.

Bad Cop/Bad Cop – Warriors

Der aktuellen Bio der Band nach war es ein harter Kampf zwischen dem Debüt Not Sorry und dem hier vorliegenden Nachfolger Warriors, weil eine der vier Damen zu heftig dem klischeehaften Rock-‘n’-Roll-Lifestyle frönte. Angeblich hat dann der Labelboss Fat Mike sogar selbst geholfen den Entzug mit einzuleiten. Sollte das nicht nur den PR-Geschichte sein, dann wäre das ziemlich nett, denn er weiß ja bekanntlich wie das mit den Drogen ist. Hinterher gab er angeblich auch noch etwas Hilfestellung beim Songwriting von Warriors, dass die neuen Songs besser flutschen. Tatsächlich tun sie das auch sehr gut, doch das war vorher auch schon recht gut. Wie guter Poppunk zu klingen hat, wissen die Damen sehr wohl.

 

Doch diesmal wirken sie etwas kraftvoller, was sich auch in den Texten niederschlägt. Dem Cover entsprechend widmet man sich mehr als einmal dem Feminismus und Punkrock-Feindbild No.1 in den Staaten Trump bekommt selbstverständlich auch sein Fett weg. Dennoch ist es nicht so, dass ich vor lauter Freude über Warriors ein turnerisch einwandfreies Rad schlagen würde, weil so gut ist es dann doch nicht. Das neue Album von BC/BC ist schlicht ein tolles Poppunk-Album, dass man immer wieder mal gerne auflegt, da es sich gut durchhören lässt, auch wenn man nicht zu 100% bei der Sache ist.

Info:
Format: LP, CD, Digital
Label: Fat Wreck
Band Website: www.badcopbadcopband.com
Label Website: www.fatwreck.com


Direct Hit – Domesplitter

„Wer auf seinem Cover einen Schädel zerbersten lässt, kann kein schlechter Mensch sein“, so zumindest meine Herangehensweise an Domesplitter von Direct Hit. So ähnlich dachte ich weiter, als ich den Zehnerpack Lieder dieses Albums gehört habe. Denn alle zehn Songs sind wie für den Sommer gemacht. Also diesen und jeden weiteren auch. Ein echter Beweis dafür ist, dass Domesplitter keine neue Scheibe von DH ist, sondern ein Reissue aus 2011, das taufrisch klingt.

 

Ich freue mich darüber so, weil ich die zwei handvoll Lieder erst zigmal hörte, bevor ich mich überhaupt informierte, was ich genau da höre. Dass das Teil damals an mir vorüber ging liegt wahrscheinlich daran, dass Red Scare – das damalige Label – das Album nich bis über den Atlantik brachte. Insofern Danke an die Fat Wrecker, dass sie das nun gemacht haben. Denn um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Domepslitter ist ein absolutes 1A-Poppunk-Album um Mastermind Nick Woods. Der wiederum eine sozusagen Konzeptband mit Direct Hit gründete. Wieso, weshalb, warum erfahrt ihr ansatzweise über Wikipedia. Als Trigger obendrauf: Sammler sollten nicht rüberklicken, das wird teuer!

Ansonsten wünsche ich allerbestes Vergnügen mit Domesplitter, mit dem ihr gegebenenfalls auch für die neueren Werke Brainless God (2013) und Wasted Mind (2016) angefixt werdet.

Info:
Format: CD, Vinyl, Digital
Label: Fat Wreck
Band Website: de-de.facebook.com/directhitband
Label Website: www.fatwreck.com


Western Addiction – Tremulous

Als Western Additcion 2005 mit ihrem Debüt Cognicide um die Ecke kamen, war ich direkt hin und weg – ach du dickes Ei, das sind ja 12 Jahre! Denn damals wie heute mit Tremulous, ist das schnörkelloser und gleichzeitig druckvoller US-Hardcorepunk – sowohl alter, als auch neuerer Schule, bloß weitestgehend ohne NYHC. Die Truppe versteht es zu begeistern und mitzureißen. Wahrscheinlich ist dabei nicht ganz von der Hand zu weisen, dass dies mit ihrem direkten Umfeld zu tun hat. Man arbeitet zum Teil beim Label, hat neben einem bekannten Produzenten ein nicht weniger bekannten Mixer und dazu kommt ein entsprechender Gast.

 

Na und weil ich heute keine Lust auf Namedropping habe, müsst ihr das alles ganz alleine herausfinden. Vor allem, weil eben die Musik im Fokus steht und nicht wer alles dafür verantwortlich war. Ich für meinen Teil wusste damals auch nicht, wer da alles hinter WA steckt, sondern freute mich eine derart gute Scheibe präsentiert zu bekommen und das ist diesmal wieder kein bisschen anders. Western Addiction legen mit Tremulous erneut eine saufantastische Hardcorepunkscheibe hin wie sie viele Bands niemals abliefern werden.

Info:
Format: LP, CD, Digital
Label: Fat Wreck
Band Website: de-de.facebook.com/WesternAddiction
Label Website: www.fatwreck.com

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky

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