HUCK BLUES – Für Chopin

Folk

“Für Chopin” ist große Musik für kalte Tage, Musik, die Dich umarmt und in süßer Melancholie schwelgen lässt, kurzum: wundervolle Musik!

Kennt ihr das, wenn einem ein Namen auf der Lippe liegt, aber man einfach nicht darauf kommt, wie der Name lautet. Mich treibt so etwas regelmäßig in den Wahnsinn. So erging es mir auch bei “Für Chopin”, dem ersten Album von Huck Blues. Also der Name auf der Zunge, nicht der Wahnsinn. An irgendwen erinnert mich die Stimme von Sebastian Kiefer, dem kreativen Kopf hinter Huck Blues. Aber es ist nicht Mark Lanegan, auch nicht Tom Waits oder wer einem sonst noch so einfällt, wenn vor allem die Stimme im Vordergrund steht. Verdammt, ich komme einfach nicht darauf. Egal. Dann muss es anders gehen.

 

Hinter Huck Blues steckt Sebastian Kiefer, den manche vielleicht von Diving for Sunken Treasure kennen. Eigentlich waren die Songs auf “Für Chopin” mal für seine eigentliche Band gedacht, doch da die zurzeit eine Pause einlegt, hat er sie halt unter neuem Namen, nämlich Huck Blues, veröffentlicht. Wer Diving For Sunken Treasure kennt, kann erahnen, in welche Richtung es geht. Nimmt man dann noch den Blues aus dem Namen und ein gewisse Weirdness hinzu, kommt man dem Sound recht nahe. Dazu diese wundervolle, warme und gleichzeitig kratzige Stimme, die kleine und große Geschichten über die Vergänglichkeit, der Schönheit des Moments, übers Gehen und Bleiben und natürlich die Liebe erzählt und singt.

 

Das alles ist wundervoll arrangiert und obwohl neben den typischen Instrumenten Gitarre, Bass und Schlagzeug auch Piano, Posaune, Trompete oder Saxophon zu hören sind, klingt doch alles reduziert und nie überladen. Die Instrumente werden eingesetzt, wenn sie dem Song etwas geben können, und nicht, um damit zu posen. Können sie dem Song nichts geben, schweigen sie.

 

“Howl” zum Beispiel ist so toller Song, der schlicht beginnt und im Verlauf seiner 2:42 Minuten Spielzeit immer mehr an Fülle und Fahrt gewinnt. Oder “Moonshine”, ein schönes Lied mit dem Mut zur großen Geste im Refrain, das trotzdem nie in den Kitsch abdriftet. Als großartiger Rausschmeisser entpuppt sich “Chaingang”, ein knarziger New-Orleans-Swing, der bei Tom Waits in die Schule ging.

“Für Chopin” ist große Musik für kalte Tage, Musik, die Dich umarmt und in süßer Melancholie schwelgen lässt, kurzum: wundervolle Musik!

P.S. Aufgrund der Länge des Albums, enthält die LP zwei Songs (“Make it in Time” & “About home”) weniger als die CD.


Info

Format: LP/CD

Label: Rookie Records

Band Website: https://de-de.facebook.com/huckblues/

Label Website: www.rookierecords.de

 

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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