Jaya The Cat – Nachtleben Frankfurt, 10. Januar 2018

Punk-Drunk-Reggae

Jaya The Cat in Frankfurt? Schon wieder über ein Jahr her, dass die Punk-Drunk-Reggae-Kapelle aus Amsterdam/Boston Südhessen beglückt hat? Ja. Doch dieses Mal kommt sie nicht am Wochenende, sondern an einem Mittwoch. Und während die Fünf die letzten Jahre den etwas größeren Laden „Bett“ bespielt haben, sind sie dieses Mal im „Nachtleben“ gelandet – direkt auf der Zeil, aber kleiner. In weiser Voraussicht haben die örtlichen Veranstalter an diesem Abend trotzdem eine Garderobe ins Obergeschoss gequetscht. Hut ab – und drangehängt! Man scheint gewusst zu haben, dass die vielen Gäste, die in einer Schlange bis nach draußen stehen, sich infolge akuter, ausladender Tanzbeinzuckungen ihrer Oberbekleidung werden entledigen wollen. Auch der ungefragte Hinweis des Kartenabreißbeauftragten an die einströmenden Zuschauer, dass dies ein Nichtraucherladen sei, zeugt von der Kenntnis der Veranstalter um diese Band und ihr Publikum – beide werden sich im Verlauf des Konzerts natürlich nicht dran halten.

Und so kommt es einmal mehr, wie es bei Jaya The Cat kommen muss: Frontmann Geoff, neben Drummer David „The Germ“ letztes Mitglied der Originalbesetzung, kokettiert nach 20 Jahren auf der Bühne sonnenbebrillt souverän mit der Aura des gereiften „too old to grow up-“Hedonisten; zu seiner Linken Basser Jan Jaap „Jay“ mit seinen komischerweise nicht gänzlich unsympathischen Rockstarallüren, zu seiner Rechten Gitarrist Karl Smith, der als Prototyp eines Wacken-Dauerkartenbesitzers zwar optisch aus der Reihe tanzt, ansonsten mit seiner Spielfreude die Band aber streckenweise zu tragen scheint. Ohne Zweifel, Jaya The Cat geben auf der Bühne schon ein gutes Bild ab: Man merkt, dass insbesondere die eben erwähnten drei nicht nur ihre Leidenschaft für Gesichtsbehaarung teilen, sondern auch ein eingespieltes Team sind. Und auch die Fans sind eingespielt: Das neue Album „A Good Day For The Damned“ ist gerade erst ein paar Wochen raus und trotzdem sind die tanzenden Tweentie-Somethings in der ersten Reihe schon textsicher mit dabei. Und auch der Rest des Nachtlebens ist in Bewegung.

Die Frage stellt sich immer wieder, warum diese Band noch immer nicht in großen Hallen spielt. Dass ihr das persönliche Ambiente kleiner Shows natürlich viel besser steht, ist klar. So geht die Band im Anschluss an den Gig auch dieses Mal mit den Gästen auf Tuchfühlung. Bis noch vor Mitternacht die Musik aus- und das Licht angeht und die letzten zurück auf die Zeil stolpern. Unter der Woche eben.


Info:

Jaya The Cat: Homepage, Facebook

Nachtleben: Homepage, Facebook

Tilmann Ziegenhain

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

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