KAROSHI – Rabauken Und Trompeten

Nein, nicht diese Nintendo-Figur, die heißt Yoshi. Karoshi kommt aber ebenfalls aus Japan und bedeutet so viel wie stressbedingter Tod durch Arbeit. Damit kennt man sich in Japan ja ganz gut aus. Anscheinend aber nicht unbedingt in Köln, wo diese siebenköpfige Ska-Punk-Band herkommt: Erst nacht einer achtjährigen Pause liefern Karoshi mit „Rabauken Und Trompeten“ einen neuen Tonträger – und der ist nach zehn Songs und rund 31 Minuten dann auch schon wieder durchgelaufen. Auf besondere Finessen hat man bei Songwriting und Produktion verzichtet. Muss ja auch nicht, zumal in den Gefilden, in denen Karoshi unterwegs sind.

Was bleibt, ist ein im doppelten Sinne kurzweiliges Uptempo-Offbeat-Punk-Geschrammel, dargeboten mit überwiegend englischen Lyrics. Ausnahmsweise hat der Waschzettel des Labels mal recht, der mit den Mighty Mighty Bosstones eine Schublade für all jene aufmacht, die eine brauchen – was vor allem am Organ von Sänger Marco liegen dürfte. Die Band selbst nennt das Ganze Stuntpunk. Aber Vorsicht vor Missverständnissen: Experimentell oder gewagt ist hier nichts; ganz im Gegenteil hat’s an der einen oder anderen Ecke Schlagseite in Richtung Pop-Punk – der wiederum erfordert weniger Mut als Können und viel Übung. Wie ein Stunt. Vielleicht war’s ja so gemeint.


Info

Format: LP + Download, Digital

Label: Rookie Records

Band Website: Karoshi

Label Website: Rookie Records

Tilmann Ziegenhain

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

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