Love A – Nichts ist neu

Postpunk

Love A Bandfoto
Foto: Andreas Hornoff

“Nichts ist Neu” heißt das neue Album von Love A. Es ist hervorragend geworden.

Wenn ich meine eigenes Fantum reflektiere, gibt es da bis auf Tom Waits, eigentlich keinen aktuellen  Künstler, keine aktuelle Band, den oder die ich uneingeschränkt abfeiere. Ok, Sleaford Mods und Duesenjaeger noch und mit Abstrichen Pascow (weil ich die ersten beiden Platten nur gut, aber nicht sehr gut finde). Andere Bands oder Künstler können ihr Niveau auf Dauer nicht halten oder nehmen eine Entwicklung, die mir nicht gefällt. Beides führt dazu, dass mein Interesse irgendwann abkühlt.

Eine weitere große Ausnahme sind Love A. Deren Laufbahn und Entwicklung bekomme ich seit der ersten Single mit und noch nie wurde ich enttäuscht. Im Gegenteil. Nach einer ansprechenden Debüt-Single erschien ein Jahr später das Debüt-Album “Eigentlich”, das mir sehr gut gefiel, und danach steigerte sich das Quartett von Album zu Album immer ein Stück mehr. Deshalb war ich gespannt, ob Love A auch auf ihrem neuen Album “Nichts ist Neu” das Niveau halten oder noch weiter steigern können. Die kurze Antwort: Sie können.

Kaum erklingen die ersten Töne von “Nichts ist Neu”, stellt sich eine gewisse Erleichterung ein, wie wenn man einen alten Freund nach längerer Zeit wieder trifft und nach kurzer Zeit zufrieden feststellt: Man kann immer noch gut miteinander.

War “Jagd und Hund” musikalisch ein großer Schritt weg vom zackigen Punk der Anfangstagen hin zum eher zurückhaltenden New Wave, haben Love A auf “Nichts ist Neu” ihren Sound eher in Details weiter verfeinert. Der kühle Postpunksound liefert aber immer noch den Rahmen, in dem Jörkk seine teils wütenden, teils kämpferischen oder beobachtenden Texte zum Besten gibt. Und Gründe wütend und kämpferisch zu sein, gibt es zurzeit ja genug.

“Unkraut” und “Weder noch” thematisieren das zunehmend rechter werdende gesellschaftliche Klima. “Treeps” ist einfach ein toller Song, dessen Text ich gut nachvollziehen kann und der mir momentan aus der Seele spricht. “Verlierer” ist eine feine Hymne für uns Loser  und “Kanten” ist eine Ode an die Unperfekten, an die Kaputten, an Dich und mich. Weitere Highlights auf “Nichts ist Neu” sind “Nichts ist leicht”, “Nachbarn II” und “Monaco” – ach, eigentlich enthält das Album nur Highlights.

“Nichts ist Neu” taugt also prima als Albumtitel – einerseits programmatisch, weil Love A immer noch wie Love A ohne im künstlerischen Stillstand zu verharren und es nochmals geschafft haben, sich zu steigern, andererseits, weil die Erde immer noch eine Scheiße ist. Wie schön, dass es angesichts dessen immer Lichtblicke wie Love A gibt.


Info

Format: CD/LP/DL

Label: Rookie Records

Band Website: www.love-a.de

Label Website: www.rookierecords.de

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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