MEISTER SPLINTER – Stadtflucht

Deutschpunk

Meister Splinter

Meister Splinter aus Hamburg veröffentlichen mit “Stadtflucht” ein prima Tape, das mit kämpferischem Deutschpunk aufwartet.

Oh oh oh, hier muss ich erst einmal Buße tun. Das Tape habe ich schon vor einer halben Ewigkeit zugeschickt bekommen. Irgendwie ist es dann hinter meine Anlage gefallen, in dem Moment war ich aber zu faul, das Regal zur Seite zu schieben, um das Tape wieder hervorzuholen. “Mache ich morgen”, dachte ich mir. Ähm, ja. Es war dann nicht morgen, auch nicht übermorgen und schon gar nicht nächste Woche, sondern durch Zufall fünf Monate später. Aus den Augen, aus dem Sinn. So läuft das leider schon länger bei mir. Was nicht in meinem Blickfeld ist, vergesse ich sofort wieder. Wundert euch also nicht, wenn ich mich aus irgendeinem Grund während einer Unterhaltung mal kurz weg drehe und euch dann wieder überschwänglich begrüße. Ich habe in diesem kurzen Moment schlicht vergessen, dass wir uns unterhalten haben. Das ist nicht böse gemeint, das muss diese früh einsetzende Alterssenilität sein, von der ich mal gelesen habe.

Aber Schluss mit meinen vom Leben am Limit bedingten Gebrechen. Wenden wir uns lieber der Hamburger Deutschpunkband zu, die sich nach dem Mr. Miyagi der Teenage Mutant Ninja Turtles benannt hat: Meister Splinter. Die Band, bei denen Ori von Notgemeinschaft Peter Pan, die Trommelstöcke schwingt, spielt flotten und kämpferischen Deutschpunk, der dumme Phrasen und alberene Klischees gekonnt umschifft. Stattdessen bestechen die zwölf Songs durch Spielfreude und durchdachte Texte, die ihre Kritik an Gentrifizierung, der Kälte der Gesellschaft, Nationalismus und Ausbeutung eher durch kleine Geschichte statt großer Parolen transportieren. Mit “Track 0” und “Dunkle Tage” enthält das Tape zudem zwei Songs, die mir richtig gut gefallen, was mich zu dem Fazit führt, mit “Stadtflucht” ein mehr als ordentliches Tape einer guten Band gehört zu haben, die ihren Zenit hoffentlich noch nicht erreicht hat.


Meister Splinter StadtfluchtFormat: Tape/Download

Label: Eigenproduktion

Band Website: https://meistersplinter.bandcamp.com/

Label Website: gibt’s nicht

Falk Fatal
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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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