Mod Vigil – s/t

Garage-Punk

Mod Vigil veröffentlichen mit ihrer selbstbetitelten Debüt-LP eine grandiose Garage-Punk-LP. Das Trio liefert 20 Minuten Wahnsinn mit 45rpm. Saustark!

Eine Sache, die ich immer an Punk lieben werde: gerade wenn man denkt, jetzt erstickt die Szene in gepflegter Langeweile, taucht von irgendwoher eine Band auf, von der man noch nie etwas gehört hat, die einen aber sofort wegbläst und mit offenem Mund zurück. Mod Vigil aus Melbourne sind das jüngste Beispiel für diese Theorie. Dabei machen die Australier nicht wirklich etwas neues, aber was sie machen, machen sie einfach richtig gut.

Sie kombinieren aggressiven LoFi-Garagepunk mit einer gehörigen Portion Noise. Wie gesagt, nicht neu, aber im Gegensatz zu vielen Bands, die solch einen Sound spielen, begraben Mod Vigil ihre simplen, aber geradlinigen und treibenden Gitarrenriffs nicht in einer Distortionorgie wie ich das etwa von The Feelers oder Armitage Shanks noch kenne. Der Pegel bewegt sich zwar konstant im roten Bereich, aber nicht darüber. Gepaart mit dem geshouteten Gesang, der sich anhört, als würde der Sänger durch ein Ofenrohr singen, ergibt das eine unnachahmliche und intensive Mischung, die mich stellenweise an The Tits erinnert.


Die Songs sind kurz und minmalistisch, das Tempo meist im oberen Bereich und trotz kurzer Verschnaufpausen, die etwas getrageneren Songs wie “Rare au pair” habe ich permanent das Gefühl, dass es angesicht der Power und Aggressivität gleich zum großen Knall kommt. Mein Favorit auf diesem knapp 20-minütigen Roadtrip durch die Dunkelheit bei ausgeschaltetem Licht ist “K-Hole”. Was für ein geiles Stück! Was für ein geiles Album!

Ich hoffe Mod Vigil kommen irgendwann mal nach Deutschland auf Tour. Diesen musikalischen Wahnsinn will ich unbedingt mal live sehen!


Info

Format: LP

Band Website: www.facebook.com/modvigil

Label Website: www.x-mist.de

Falk Fatal
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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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