MR. WALLACE – Breathe Again

Ska

Mr. Wallace aus den Niederlanden veröffentlichen mit “Breathe again” ihr Debütalbum. Dieses zeigt das Potenzial der Ska-Band.

In schöner Regelmäßigkeit beglücken uns die Niederländer mit tollen Offbeat-Kapellen. Und ab und zu sind Bands dabei, die sich schnell echten Kultstatus erspielen, wie die 2013 aufgelösten Mr. Review. Ob Mr. Wallace es so weit schaffen wie Mr. Review, bleibt abzuwarten. Zumindest die in großen Teilen ernsten bis leicht melancholischen Lyrics haben sie schon mal gemeinsam. Immer wieder überraschend, wie sowas mit einer Musik zusammenpasst, die eigentlich aufs frohlockende Tanzbein gebucht ist.

„Breathe Again“ heißt nun jedenfalls nach zwei EPs das erste Full-Album von Herrn Wallace, zwölf Eigenkompositionen sind drauf, alle aus der Hand von Frontfrau Renske De Boer, alle live im Studio eingespielt, das Ganze verpackt in einem schicken Digipak. Die Stücke pendeln zwischen schnellerem Ska und langsameren Reggae, ab und zu wabern sphärische, dub-eske Effekte hin und her, die dem Ganzen eine Extraportion Vielfalt hinzufügen. Mr. Wallace haben bereits in den größten Radiosendern ihrer Heimat gespielt und offensichtlich auch schon den einen oder anderen Pop-Preis eingesackt. Das bestätigt meinen Eindruck: Diese Band hat Potenzial zu „mehr“ – also zu einem Mehr an Fans außerhalb der engen, subkulturellen Grenzen.

Ich find’s nett, werde sie mir auch live ansehen, wenn sich die Möglichkeit ergibt – ich wüsste aber nicht, wegen welchem Song ich diese Scheibe noch mal ausm Regal nehmen sollte. 


Info

Format: CD

Label: Ring Of Fire Records

Band Website: www.mrwallace.nl

Label Website: http://rof-records.blogspot.de

Tilmann Ziegenhain

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

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