Nazi Dogs – Die Opium-Wirkung lässt nach

Das neue Album Back From The Nod

Die Aachener ’77-Radau-Punks Nazi Dogs veröffentlichten Anfang Mai einen neuen Longplayer. Da ich Frontschnitte Karsten schon ne Weile kenne und wirklich mag, stand für mich fest, dass wir das Album als Aufhänger nehmen, um etwas zu quaken und das Ergebnis veröffentlichen. Was ich damals nicht wusste, was sich daraus entwickelt. An sich wollte ich bloß etwas Blödsinn von mir lassen, den wir dann noch sinnloser kommentieren. Doch wie ihr euch bereits vorstellen könnt, ist das nicht passiert. Nach einer lockeren Aufwärmphase, die dem Albumtitel entspricht (Back From The Nod bedeutet soviel, dass die Wirkung eines Opiats nachlässt), wird es ziemlich unumwunden offen und emotional. Darum möchte ich mich an der Stelle noch einmal bei Karsten bedanken und auch für das Gedicht am Schluss – nach knapp 18 Jahren Fanzinerei ist das für mich nämlich das erste Mal.

Rassenkunde

Bitte einmal teilrasieren

Gibt es einen besseren Hundenamen als Blondi?

Blondi ist schon recht cool, allein aus historischen Gründen – wahlweise würden mir auch Namen wie Satan, Sultan, Obama oder Zunge gefallen.

Wieso sind Pudel die besseren Nazi Dogs?

Weil sie manchmal geil teilrasiert sind!

Welchen Hundefetisch lebst du aus?

Doggy Style.

Du Ferkel. Diese sexbesessenen Punks tragen ja auch gerne Hundehalsbänder. Warum denn das?

Da bin ich leider kein Experte.

Gibt es noch bessere Tiere als Hunde?

Natürlich! Sämtliche Katzen dieser Welt!

Der Norden Thailands

Ich weiß um deine Begeisterung für Thailand. Aber ich weiß nicht woher die kommt. Also: Woher?

Ich finde das Land aufgrund seiner atemberaubenden Natur faszinierend. Außerdem sind die Menschen dort zumeist sehr freundlich, es gibt eine coole Punkszene dort, man kann Tramal in der Apotheke rezeptfrei erwerben, hahaha, und wenn man Lust auf Strandurlaub hat, ist dies dort auch hervorragend umsetzbar.

Was ein echter Rocker sein will, hat auch ein Bike

Soweit ich weiß hängst du gerne in Chiang Mai ab. Das ist im Norden und nicht am Meer, wo alle anderen hinwollen. Mach den Lesern mal Lust auf Zentral-Thailand.

Ich hänge meist etwas nördlich von Chiang Mai ab, in einem recht kleinen Kaff namens Pai. Oben im Norden des Landes, direkt an der burmesischen Grenze. Dort stimmt alles! Meist sieht man mich dort auf einem Moped durch den Dschungel knallen, abends kann man in der lokalen Punk Bar „Blah Blah Bar“ einen saufen. Das Leben ist im Allgemeinen supergünstig und die Opium-Qualität herausragend.

Wieso aber immer Thailand? Weshalb nicht mal Myanmar, Laos, Kambodscha oder Vietnam?

Bis auf Myanmar war ich schon in allen von dir genannten Ländern. Laos, Kambodscha und Vietnam sind hervorragende Reiseziele und ich werde dort garantiert auch nochmal vorbeischauen – aber der Norden Thailands ist für mich halt, aus den oben genannten Gründen, und weil ich mich dort recht gut auskenne, mein Ziel Nr. 1.

Wirst du mal nach Thailand auswandern?

Ja, ich hoffe, dass ich in circa 10 Jahren Deutschland den Rücken kehren und nach Pai übersiedeln kann.

Was heißt auf Thailändisch Hund und kannst du das überhaupt aussprechen?

Es heißt S̄unạk̄h, gesprochen Sunak.

Fuck Off Punkrock 2.0

Sag mal, mit so nem Bandnamen hat man doch ständig Probleme an Shows zu kommen, oder nicht?

Die NAZI DOGS hatten eigentlich nur in unserer Anfangszeit Probleme, Shows zu bekommen. Spätestens nach dem Deal mit TKO Records 2004/2005 waren wir bekannter und haben bis einschließlich 2013 eine Menge Shows gespielt.

War da auch nicht mal eine Show mit Front, die von nem Bürgermeister abgesagt wurde, weil er dachte es sei ein Nazikonzert? Also die Ankündigung: Nazi Dogs und Front.

Da kann ich mich dunkel dran erinnern, weiß aber leider keine Einzelheiten mehr. Ich glaube, es ging um das Konzertplakat, wo unser Name in dicken Lettern draufstand. Daraufhin haben, soweit ich zurückdenken kann, ein paar Stadtoffizielle Druck auf den Laden ausgeübt und die Show wurde abgesagt.

Karsten, auch 2017 noch voller Energie

Von Front-Falk übrigens folgendes: Vermisst du die gute alte Zeit als Punk und er noch jung waren?

Vermissen nicht unbedingt. Ich bin sehr froh, dass ich die Zeit als junger Typ miterleben konnte, als Punk noch Punk war und Chaos, Gewalt, Anarchie und ein Messer im Rücken des Staates bedeutete, hahaha. Als Konzerte noch gefährlich waren und der Hin- und Heimweg zu und von Shows oftmals mit unglaublichen Story verbunden war. Als es Chaostage und Punktreffen gab, die nicht belächelt wurden. Als es noch Punkbands gab, die mir etwas bedeuteten und die Texte hatten, mit denen man sich identifizieren konnte. Und schließlich, als es noch eine Menge Punks gab, die etwas zu sagen hatten, und nicht lächerlich aussahen, sondern eher abgefuckt-stilvoll.

Und: Was stört dich am heutigen Punk bzw. an der heutigen Punkszene?

Am meisten eigentlich die Belanglosigkeit. Die meisten Punks, die ich heute sehe, kleiden sich fürchterlich, hören richtig schlimme Musik und sind politisch entweder gehirngewaschen oder furchtbar eindimensional. Ist natürlich alles Ansichtssache, ich kann da nur von meinen Eindrücken sprechen. Insgesamt kommt mir Punk heutzutage vor wie dieses alte Spiel Stille Post, wenn Du weißt, was ich meine. Es kommt mir vor, als wenn die gute, alte Eindeutigkeit komplett verschwunden ist und alles nur noch wild zusammengemischt ist, mit den verkehrten Inhaltsstoffen. Andererseits: Diese Entwicklung ist eigentlich auch logisch. Meine Generation, geboren ca. Mitte der 60er Jahre, ist damals ganz anders aufgewachsen. Mit autoritärer Erziehung, meist noch angelehnt an die Nazi-Zeit, langweiligster Hippie- und Discomusik und gesellschaftlicher Einöde. Alles war damals voll von Spießern und Normalos. Heutzutage ist ja fast jeder irgendwie hip und cool, und musikalisch ist alles zusammengewürfelt worden und ganz „wild und crazy“. Tabus gibt es nur noch wenige. Vielleicht erklärt dies die Harmlosigkeit der heutigen Szene.

Kannst du der heutigen Punkszene denn nichts mehr positives abgewinnen? Gibt es wirklich keine Band mehr, die dich interessiert?

Bitte versteh´ mich nicht falsch, Bocky, meine vorigen Ausführungen bedeuten nicht, dass ich Punk heutzutage nichts mehr abgewinnen kann! Auch wenn ich viele Sachen kritisch sehe und manchmal denke, es ist alles sehr berechenbar und langweilig geworden, Punk bestimmt nach wie vor meinen Lifestyle, denn ich kenne keinen anderen. Und es gibt sicherlich auch noch eine Menge Kids, die gut drauf sind und für die es sich lohnt, weiterzumachen! Was Bands anbelangt, na klar gibt es heutzutage auch noch die eine oder andere coole neue Band, deren Shows ich besuche und deren Platten ich kaufe. Beispielsweise Plastic Propaganda aus Hamburg oder Shrimp aus Aachen City. Auch ein paar geile alte Bands ziehe ich mir immer noch gern rein, ich habe noch vor zwei Wochen eine gute Show von Menace in Krefeld gesehen.

 

Wie stelle ich mir in dem Zusammenhang deine Freizeitgestaltung vor?

What we do is secret, secret!!! Nur am Rande und kurz zusammengefasst: Platten (insbesondere 7″s) sammeln, lesen, mit den Nazi Dogs proben, high werden, nach Nordthailand fliegen, Songwriting und Aufnahmen für meine anderen Bands TEENAGE PANZERKORPS, HORRID RED, WALKING KORPSES und vor allem meiner geliebten Katze Milù ein schönes Leben bereiten. Mich mit Freunden treffen. Ab und zu Konzerte besuchen und live spielen.

Back From The Nod

Ey, ihr habt ja ne neue Scheibe am Start. Aber nur acht neue Songs nach dem letzten Album. Was los?

Die neue NAZI DOGS Platte „Back from the Nod“ hat nur 8 Songs, das ist korrekt. Allerdings erschien unsere letzte Platte davor im Jahre 2012. 2013 und 2015 haben wir noch zwei 7“s veröffentlicht. Es ist eine Menge passiert bei den NAZI DOGS in den letzten Jahren. Wir hatten von 2006 bis ca. 2012 einen Höhenflug, spielten fast jedes Wochenende und mit unseren damals neuen Gitarristen Jan kam Anfang 2009 auch eine Menge neuer Schwung in die Band. Unsere zweite LP Old Habits Die Hard war draußen, wir tourten durch China, UK, Deutschland und benachbarte Länder und fühlten uns unschlagbar. Und haben uns meist alles eingepfiffen, was am Start war, um uns noch extremer darzustellen, abzusetzen von der ganzen harmlosen Scheiße, die sich heutzutage Punk nennt. Dass das dauerhaft nicht funktioniert und zu Verschleißerscheinungen und unter Umständen zu schwerster Abhängigkeit führen kann, dessen war ich mir damals nicht bewusst, verdammt. 2013 dann, kurz nachdem unsere Single Saigon Shakes aufgenommen war, war es dann leider kaum mehr möglich zu proben und live Shows zu spielen, weil Jan heroinabhängig war. Zeitgleich kämpfte ich mit persönlichen Problemen. Eine langjährige Beziehung ging in die Brüche und darüber hinaus musste auch ich zusehen, mich drogenmäßig etwas herunter zu dosieren. Wir probten zu diesem Zeitpunkt, Anfang 2014, dann mit Ralph am Schlagzeug (unser Original Drummer Daichi lebt seit langer Zeit in Salzburg, was die Sache auch nicht einfacher macht) und Matt als neuem Gitarristen. Spielten wieder Shows und schrieben neue Songs. Ralph ist dann letztes Jahr nach den Aufnahmen für Back from the Nod ausgestiegen. Blöderweise wurde unsere Facebook Seite im selben Jahr gelöscht, was natürlich im Hinblick auf Shows heutzutage nicht wirklich optimal ist. Jan, unser Gitarrist von 2009 bis Ende 2013, ist leider Ende April diesen Jahres gestorben. Ruhe in Frieden, mein alter Freund. Derzeit proben wir in der Besetzung Andi – Bass, Matt – Gitarre, Sven an den Drums und ich wie immer am Mikro. Ich gehe davon aus, dass wir bald wieder einsatzbereit sind und falls Interesse besteht, werden wir in Zukunft auch wieder verstärkt live spielen.

Äh, wieso wurde den eure Facebook-Seite gelöscht, konntet ihr das herausfinden?

Ich vermute, dass uns einer oder mehrere Leute bei FB angeschissen haben aufgrund unseres Namens, oder dass Facebook selbst im Rahmen einer PC-Kampagne uns eliminiert hat. Die NAZI DOGS Facebook Seite wurde zunächst auf “privat” umgestellt (bedeutet, dass andere nichts mehr sehen und posten können). Als ich daraufhin protestierte, wurde die Seite einen Tag später komplett gelöscht. Ich habe dann erneut Protest eingelegt, hat aber leider nichts gebracht. Eine neue Seite wird es nicht geben, Zuckerberg kann meinen Sack fressen.

Gehen wir mal auf die Texte ein. Was sind das für Menschen, die ne Midlife Crisis haben?

Haha, du meinst hier sicherlich unseren Song „Midlife Chrysler“. Textlich geht es dabei allerdings nicht so sehr um die Krise selbst, sondern eher um jemanden, der sich im Beisein eines gesetzteren Partners auf diversen Partys daneben benimmt! Generell würde ich vermuten, dass das Phänomen Midlife Crisis vor allem bei Menschen auftritt, die meinen, aufgrund eines eher monotonen Lebens etwas verpasst zu haben. Ich bin da trotz meines Methusalem-Alters glücklicherweise kein Experte.

Die Grundstimmung auf dem Album ist recht nihilistisch und die Durchschnittsgesellschaft ablehnend. Was ist mit der Altersmilde?

Da hast Du völlig recht Bocky und ein guter Schuß Nihilismus und/oder Sarkasmus sowie ein kritisch/ablehnender Blick auf die “Durchschnittsgesellschaft” ist doch gerade in den heutigen Zeiten sehr nötig, oder? Auf der anderen Seite ist “Back from the Nod” aber nicht mehr so drogenverherrlichend wie viele Songs auf den Alben davor. Lies Dir den Text unseres neuen Songs “Jonesin´” durch, da wird eine recht ehrliche und traurige Entwicklung eines Junkiedaseins geschildert. Was mit Altersmilde ist? Ich muß sagen, ich bin in den letzten Jahren verdammt altermilde geworden. Verordne mir täglich Gelassenheit und Toleranz, weißt du, der ganze Hass und die Verachtung sind letztlich reine Zeitverschwendung und richten sich unter Umständen blöderweise gegen einen selbst. Ich muss allerdings gestehen, dass es mir manchmal nicht ganz so leicht fällt, gelassen oder tolerant zu bleiben in manchen Alltagssituationen, aber ich werde immer besser.

Logger bleib’n

Drugs, Drugs & Rock ‘n’ Roll

Die Bandentwicklung liest sich recht dramatisch. Ohne dir zu nahe zu treten, aber weiß man denn nicht, dass Drogen verlogen sind? Oder bist du, und Jan noch viel schlimmer, da eher schleichend reingeschlittert und standest dann irgendwann ziemlich zerhackt vor den Trümmern des Karsten Scholl?

Ich denke, man muss in puncto Drogen immer beide Seiten der Medaille sehen und “Drogen” sind ja ein weitläufiger Begriff. Fest steht für mich, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit Drogen nicht unmöglich ist. Allerdings erst ab einem gewissen Alter und einer entsprechenden Lebenserfahrung. Drogen können auch zu erheblichen Steigerungen des kreativen Potentials führen. Jedoch nur bis zu einer gewissen Grenze, das ist klar. “Ziemlich zerhackt vor den Trümmern des Karsten Scholl” – hahaha, das war zum Glück nie der Fall. Ich bin nie von irgendeiner Droge körperlich abhängig gewesen und habe es ehrlich gesagt auch nicht vor. Ich habe nur damals vor ca. 4 Jahren gemerkt, dass mein Opiatkonsum etwas zu hoch war und ich ein wenig zurückschalten sollte, damit mein Leben so funktioniert, wie es funktionieren soll. Jan dagegen war halt noch sehr jung, als er Anfang 2009 zu den NAZI DOGS stieß. Der Höhenflug war in vollem Gange, die Partys waren gut und Jan als junger, neugieriger Mensch auch an vorderster Front dabei. Ich habe damals sein Suchtpotential unterschätzt und ihn nicht davon abgehalten und deshalb mache ich mir auch große Vorwürfe. Andererseits war er nicht unbedingt der Typ, der sich etwas sagen ließ. Ich fürchte, früher oder später wäre er sowieso “draufgekommen”. Ich frage mich nur manchmal, ob er noch leben würde, wenn er nicht bei den Nazi DOGS eingestiegen wäre. Wir wollten damals den Teufel zurückbringen in den PUNK … Hakenkreuze & Heroin. Netter Versuch.

Wie gehst du mit Jans Tod um? Machst du dir Vorwürfe oder hast du von deiner Seite aus getan, was in deiner Macht stand und du bist sozusagen nur traurig?

Ja, ich mache mir ziemliche Vorwürfe, da ich kein besonders gutes Vorbild für Jan darstellte. Wie gesagt, er kam damals 2009 als sehr junger Mensch zu den NAZI DOGS und in diesem Alter orientiert man sich lifestyletechnisch an seinen älteren Vorbildern. Klar habe ich ihn auch gewarnt vor einem übertriebenen Konsum, aber da war es vielleicht schon zu spät. Ich bin sehr traurig, dass ich ihm eine Menge Sachen nicht mehr sagen konnte. Nach seinem Abgang bei den DOGS habe ich ihn nur noch ein einziges Mal gesehen und kaum wiedererkannt. RIP Jan “JDOG” Förster 1990-2017.

Worin besteht der Reiz der Selbstzerstörung?

Also ich bin ja der festen Überzeugung, dass sich keiner die Selbstzerstörung richtig aussucht. Das scheint zwar so für einen Außenstehenden, doch in Wirklichkeit ist der sich selbst Zerstörende oftmals nur ein Typ, der zuviel Scheiße miterlebt hat in seinem Leben, ob in der Kindheit oder danach. Manche Menschen können sich ihr Schicksal nicht aussuchen. Klar gibt es auch Leute, die stark genug sind, so etwas auf “gesunde” Art und Weise zu verarbeiten – aber halt nicht alle, und die “schwächeren”, sensibleren Persönlichkeiten sind dann oftmals diejenigen, welche entsprechend zur Selbstzerstörung neigen. Meine Meinung.

Aufgrund deiner umfassenden Kenntnisse, was sind so deine Pro- und Kontra-Argumente, bzw. gibt es sowas wie Drogentipps? Also wie man damit umgehen sollte, worauf man achten muss, was nicht zu verhindern ist und all so Sachen.

Das ist eine schwierige Frage, denn man kann ja nicht verallgemeinern. Zum Beispiel gibt es Leute, die niemals in ihrem Leben kiffen sollten, aufgrund paranoider Neigungen usw., während für andere Zeitgenossen der schnöde Cannabiskonsum eine fast homöopathische Angelegenheit ist. Generell sollte keiner unter 40 mit Opiaten (Heroin, Opium, Opioide) herummachen. Heroin sollte generell nicht angerührt werden und schon gar nicht intravenös, denn das ist meist der rasche Untergang. Das Gefährlichste ist der Kontrollverlust. Der Opium Rausch selbst allerdings ist mit einer Himmelfahrt zu vergleichen, deshalb am besten Finger weg, es ist zu gut! Speed und Koks sind meines Erachtens nach überbewertet und letzteres vor allem nicht billig. Gute Qualität kann Freude bereiten, aber auch hier natürlich Vorsicht vor körperlichen und finanziellen Verschleißerscheinungen. Am besten lieber 7″s kaufen! Was fehlt noch? Alkohol und Kiff jeder wie er/sie es vertragen kann. Mit modernen Designer-Drogen, Badesalzen und ähnlichem kenne ich mich nicht aus. Wie hieß die vorletzte Scheibe der NAZI DOGS? “Speed kills, Junk lives” …

Wow, du bist insgesamt schon sehr offen und ehrlich. Dir ist schon bewusst, dass dies keine Unterhaltung unter Kumpels ist, die keiner mitbekommt, sondern ein Interview, das veröffentlicht wird?

Ja, dessen bin ich mir vollkommen bewusst. Und ich finde es richtig gut, dass mal “Tacheles” geredet wird und auch tiefergehende Problematiken in entsprechenden Ausführlichkeit angesprochen werden. Ist doch wesentlich interessanter, als ausschließlich über harmlose, belanglose Themen zu parlieren, oder ? Dass damit heikle Sachen öffentlich gemacht werden – na und? Wer mich kennt, weiß eh, wie ich gestrickt bin und der Rest der Leserschaft kann hier hoffentlich die ein oder andere Information herausziehen. Vielleicht wenden sich auch einige Leute angewidert ab, aber wie sagt man so schön: Die Wahrheit ist manchmal recht unangenehm.

Den Verlauf des Gesprächs betrachtend, spielen diverse Drogen neben Musik einen äußerst wichtigen Teil in deinem Leben. Könntest du dir vorstellen darauf zu verzichten, oder wärst du so nett und gibt’s mir abschließend ein Plädoyer für die Drogen, die du konsumierst – also bevorzugt Opiate, wenn ich das richtig verstanden habe.

Ich möchte hier anstatt eines Plädoyers, lieber ein Gedicht von Thomas de Quincey (15. August 1785 bis 8. Dezember 1859), dessen autobiographisches Werk “Bekenntnisse eines englischen Opiumessers” zu meinen Lieblingsbüchern zählt, zitieren:

Das Opium macht groß, was grenzenlos begonnen.

Dehnt fort und fort die Unendlichkeit, vertiefet alle Lust, macht bodenlos die Zeit.

Und füllt mit schwarzen, düstren Wonnen die Seele über alle Fasslichkeit.


Info:

Format: LP

Label: Wanda Records

Band Website: Nazi Dogs

Label Website: Wanda Records

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky

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