PADDLECELL – Sometimes We Come Back!

Horror-Ska

Paddlecell veröffentlichen zehn Jahre nach ihrem Debüt ihr zweites Album „Sometimes We Come Back!“. Unserem Autor Tilmann gefällt der Horror-Ska des Oberhausener Sextetts mehr als gut.

Manchmal kommen sie wieder – im Falle von Paddlecell hat das gut zehn Jahre gedauert, doch nun ist mit „Sometimes We Come Back!“ dann doch noch ein Nachfolger zum selbstbetitelten Debüt erschienen. Zu hören gibt’s … ja was eigentlich? Eine wilde Mischung aus energetischem Oldschool-Psychobilly und schnellem Offbeat, samt klackerndem Kontrabass und fetten Blechbläsern.

Die freche Ignoranz der sechs Wuppertaler gegenüber subkulturellen Grenzen zahlt sich aus, denn das dreckige Dutzend selbstgeschriebener Songs klingt nicht nur einmalig, sondern auch so, als hätte die Band auf das Œuvre zahlloser anderer Bands zurückgreifen können. Die gibt es aber nicht. Natürlich hat die ein oder andere Billy-Band mit Ska experimentiert (umgekehrt ja eher weniger), Paddlecell aber sind auf dem besten Weg, mal eben ein eigenes Genre zu kreieren. Eine Bezeichnung hätten sie dafür auch schon: Horror-Ska – klar bei den Themen, denen man sich textlich widmet. Die experimentierfreudige Band ist für alle interessant, die sich an 2-Tone und Ska-Punk sattgehört haben, aber nicht gänzlich auf Uptempo verzichten wollen. Und für Psychobillys insbesondere dann, wenn ihnen Vocals à la Sparky gefallen. Denn fast so klingt Frontmann Marc, der den zwar bereits 2004 ausgestiegenen, aber erst vor einigen Tagen verstorbenen ersten Sänger Snake ersetzt und übrigens auch das Artwork entworfen hat.

Nicht vom neuen Album, sondern Opener des letzten – aber auch cool

Die Band, die 1997 durch einen Schreibfehler zu ihrem Namen kam – es sollte eigentlich „padded cell“ heißen –, spielt am 31. März auf dem Satanic Stomp im Resonanzwerk in Oberhausen.


Info

Format: CD

Label: Part Records

Band Website: www.paddlecell.de/

Label Website: www.rockabilly.de/index.php/extensions/s5-box

Tilmann Ziegenhain

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

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