QUICK & DIRTY: Ludger, Schwach, Hacke, Val Sinestra

Noise/Hardcore

Neue Platten von Ludger, Schwach und Val Sinestra sowie ein neues Tape von Hacke. Noise, Hardcore und ein bisschen Deutschpunk. 

Ludger – Niebülldrama

 Bei Ludger handelt es sich um ein neues Bandprojekt von Rasmus Engler (Herrenmagazin), Jörg Fuchs (Peters.), Sergej Halosin (Juri Gagarin) und Kevin Hamann (Cliclickdecker). Aber trotz der Prominenz werde ich nicht so richtig warm damit. Ich würde es als Deutschpunk mit Dada-Texten beschreiben, der vor allem durch den Gesang ein bisschen an Human Abfall erinnert. Die Songs sind kurz und knackig, meist deutlich unter zwei Minuten. Aber wie gesagt, wirklich warm werde ich damit nicht. Vielleicht müsste ich der Scheibe noch ein paar Runden mehr gönnen und dann ändert sich meine Meinung. Wenn das passieren sollte, erfahrt ihr es natürlich als erste.

Info

Format: LP

Label: Annette Records

Label Website: http://anetterecords.de


SCHWACH – Kein Bock

Schwach sind nicht Schwach, sondern bockstark. Die Band aus Berlin pfeffert auf ihrem Album “Kein Bock” eine fette hardcore-Breitseite auf die Meute. Der Sound ist knochentrocken und klingt für mich ein bisschen nach New York. In Verbindung mit den deutschen Texten erinnert mich das angenehm an Hammerhead, doch während bei den Neuwiedern der Assi-Proll-Charme regiert, werden bei Schwach die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse aufs Schärfste kritisiert. Macht summa summarum ein gutes Album !

 

Info

Format: LP

Label: Raccoone Records

Band Website: www.schwach-hardcore.de

Label Website: www.raccoone-records.de


Hacke – s/t Tape

Eigentlich machen Hacke auf ihrem neuen Tape viel richtig. Ansprechender Punkrock im mittleren Tempo, etwas dunkler und bedrohlicher wie bei anderen Bands. Dazu gibt es auch einen schönen Noise-Einfluss. Der Stil des Sängers erinnert ein wenig an den von Jens Rachut, das gleiche gilt für die Texte – zumindest das, was ich davon verstehe. Die Zutaten stimmen also. Aber irgendwie reißen mich Hacke nicht mit. Vielleicht weil ein wenig Abwechslung fehlt oder an manchen Stellen vielleicht doch mal eine kleine eingängige Melodie oder ein Chorus oder zweite Stimme als Kontrapunkt zum Sprechgesang? Wie gesagt: Hacke sind keine schlechte Band. Aber dafür, dass ich das tape in Dauerrotation hören würde, fehlt halt noch ein bisschen was. Vielleicht beim nächsten Release?

 

Info

Format: Tape

Band Website: www.facebook.com/schwornografie

Tape erhältlich: https://hacke.bandcamp.com


Val Sinestra – Unter Druck

In ihrem Song “Vitamin B” versuchen sich Val Sinestra als authentische Band zu positionieren, denen die Menchanismen des Musikbusiness egal sind. Blöd nur, wenn mal selbst wie ein Kunstprodukt der Branche wirkt. Und das mache ich nicht daran fest, dass die Band bei Four Artists, einer der größten Booking-Agenturen im Land, unter Vertrag steht, und von der staatlichen Initiative Musik gefördert wird, sondern an der Musik, denn: “Es geht um Musik”. Und in meinen Ohren klingt die nach Marktforschungspunk. Hart und rotzig genug, dass die auch einem Punkrock-Waschlappen wie mir gefallen kann, aber gleichzeitig clean genug und mit allerlei anderen Einflüssen wie Stoner und Hardcore versetzt, dass auch der gemeinen Alternative-Hörer und Visions-Leser auf der Indiedisco derb dazu moshen kann. Dazu Texte, die eindeutig uneindeutig sind, also den Hörern verschiedene Interpretationsmöglichkeiten anbieten – was ich übrigens nicht als Kritik verstanden wissen will. Fertig ist ein Album, dem eigentlich nur Songs fehlen, die zünden. Ich habe mir die Platte mehrmals angehört, aber wirklich hängen geblieben ist keines der elf Lieder. Aber die Band gibt es ja noch nicht so lange, vielleicht wird das beim nächsten Album noch besser.

Info

Format: LP/CD

Label: Concrete Jungle Records

Band Website: http://valsinestra.net

Label Website: www.concretejunglerecords.com

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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