SCHROTTGRENZE sind mit Glitzer auf Beton auf Tour

Glitzer auf Beton Tour

Foto: Chantal Weber
Foto: Chantal Weber

Manchmal muss man die Fäuste recken. Und manchmal muss man sie weit öffnen, um mit vollen Händen Glitzer auf die Welt regnen zu lassen.

Schrottgrenze haben schon immer ihre eigenen Geschichten erzählt. Über Menschen und Gefühle und Hamburg, über 15 Jahre und sieben Alben, in den melancholischsten Ohrwürmern und den poppigsten Hymnen des Indierock. Nach ein paar Jahren Pause sammelten 2015 zwei Compilations die größten und die rarsten davon. Und jetzt erzählen sie mit Glitzer auf Beton ganz neue, die mindestens so lächelleicht ins Ohr gehen wie die alten und Köpfe, Finger und Zehenspitzen noch ein bisschen schwungvoller wippen lassen. Zwölf neue Stücke Gitarrenpop voller ungeduldiger Rhythmen und Umarmungsmelodien, wilder Stürme und jeder Menge Sonne, wie man sie von Schrottgrenze kennt und lieb hat. Nur dass es jetzt noch mehr glitzert als früher.

Dabei weiß, wer sich auf der bunten Seite Hamburgs bewegt, längst Bescheid. Kennt nicht nur Alex Tsitsigias, den Sänger von Schrottgrenze, sondern auch Saskia Lavaux, die Queen der queeren Partynächte. Alex und Saskia sind eins, so wie jeder Mensch mehrere ist und kaum einer in die alte Ordnung von Mann und Frau und nichts dazwischen passt. Darum geht es auf Glitzer auf Beton: Um Geschlechterkonstruktionen und die Freiheit, sie hinter sich zu lassen. Um eine Welt, unter deren grauer Oberfläche es in allen Farben leuchtet. Und um die Liebe natürlich, die sich sowieso nicht um Grenzen schert: „Wirf den Motor an / Wir fahren raus ins Queer Love Country.“

So mitreißend, wie das im Album-Opener klingt, glaubt man kaum, dass es bis dahin ein wenig gedauert hat. „Erst mit Ende 20 war ich in der Lage, mich zu outen“, erzählt Alex heute, „dabei wusste ich schon mit 15, was Sache ist. Es hat lange gedauert, bis ich die Queerszene entdeckt und mich mein erstes Coming Out getraut habe.“ „Das Album richtet sich an Leute, die sich unsichtbar fühlen und auf der Platte dann wiederfinden“, sagt Alex. „Es richtet sich an alle, die die Queer Community unterstützen. Und es richtet sich auch an Leute, die Vorurteile und keinen Bock aufs Thema haben.“ Warum all dies nicht in den Songs einer Power-Pop/Indie-Rock-Band thematisieren? Wo doch alle wichtigen Geschichten in Musik gegossen gehören?

Und warum nicht damit auf Tour gehen? Eben! Folgende Daten stehen bislang fest:

02.03.17 Leipzig Naumanns
03.03.17 Mainz Schon Schön
04.03.17 Bielefeld Nr. z. P.
09.03.17 Köln Underground Köln
10.03.17 Hamburg Molotow
11.03.17 Berlin Musik & Frieden
16.03.17 Nürnberg MUZclub
17.03.17 Karlsruhe KOHI
18.03.17 München Milla Club
24.05.17 Heidelberg Karlstorbahnhof (Queer Festival Heidelberg)
26.05.17 Rorschach Treppenhaus
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Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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