THE ART – The Antidote E.P.

Tatsächlich bin ich seit einigen Jahren etwas vom musikalischen Output im Punkrock-Underground gelangweilt. Nur sehr wenige Bands schaffen es mir heutzutage ein Glänzen in die Augen zu zaubern, weil sie das besondere Etwas haben. The Art aus Nürnberg haben aber genau das, worauf ich immer länger warte. Das Quartett schafft es problemlos mich zu packen und so richtig zu begeistern. Außer Egotronic und Es war Mord hat es dieses Jahr noch keine Band geschafft mehr als zwei Runden auf dem Plattenteller zu drehen. The Art sind alleine heute Abend zum dritten Mal durch.

Der Grund dafür ist dieser unheimlich beschwingte Mix aus Streetpunk, ’77 und Powerpop. The Art haben einerseits zuckersüße und andererseits schon wieder sehr geil bratzende Gitarren- und Bassläufe. Darüber hinaus finde ich es überaus gelungen, dass die 6-Song-EP drei verschiedene Sänger hat – lediglich der Bassist Jens hält sich außen vor. Dadurch, dass keiner der Sänger zwei Lieder nacheinander am Mikro steht, kommt neben dem abwechslungsreichen Songwriting, auch hier keine Vorhersehbarkeit zustande. Doch trotzdem ist The Antidote E.P. eine absolut runde Sache. Wer der bisherigen Beschreibung nach eine fast samplerartige Veröffentlichung erwartet, der sollte schleunigst umdenken. Denn The Art sind ganz klar eine Band, eine Einheit.

Weshalb sie das so dermaßen gut hinbekommen, ihre individuellen Markierungen zu setzen und dennoch kompakt zu klingen, mag daran liegen, dass alle Bandmitglieder sowas wie alte Hasen sind. Denn alle vier haben eine mehr oder wenige bekannte musikalische Laufbahn hinter sich. Für mich sind dabei die bekanntesten The Fat Tonies, Droogiez und vor allem Oxymoron. Insofern wiederhole ich mich noch einmal gerne: The Art fesseln mich mit ihrem toughen ´77-poppigen Punkrock und der unsteten Herangehensweise, die in sich vorbildlich geschlossen ist.

Zum Schluss noch ein Tipp für die Sammler, die das hier lesen. Macht hin, die einseitige 12“ erscheint in einer knappen Auflage von 200 Stück + Downloadcode.


Info

Format: LP + Download

Label: Raptor Records, 30 Kilo Fieber Records

Band Website: The Art

Label Website: Raptor Records, 30 Kilo Fieber Records

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky

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