Bela B. Felsenheimer – „Scharnow“

Literatur

Die Ärzte – in Persona Farin Urlaub, Rod Rodriguez und Bela B. – wer kennt sie nicht. Sie haben Generationen (ja hier ist wirklich der Plural wichtig, denn die Herren beziehen ihre Fans aus jeglichen Alterstufen) geprägt und es immer wieder geschafft Überraschungsmomente zu kreieren. Geboren in den Straßen Berlins, entstanden aus den einst chaotisch, rebellisch wirkenden Punkern, ernsthafte Persönlichkeiten, welche neben der musikalischen Kunst, auch immer wieder neue Betätigungsfelder für sich selbst entdeckten. Ebenfalls machten sich die drei Herren an eigene Projekte, die unabhängig von ihrer Hauptband entstehen, wachsen und existieren konnten. Um genau eines dieser Projekte soll es in den kommenden Zeilen gehen…

Bela B. Felsenheimer (bürgerlicher Vorname Dirk) ist hauptsächlich in musikalischen Kreisen zu Hause und das sowohl als Musiker (Schlagzeuger, Gitarrist & Sänger), als auch Komponist. Ebenfalls machte er sich als Schauspieler & Synchronsprecher verdient und da der Mensch ja bekanntlich nur ein Leben besitzt und es nie zu viele Herausforderungen geben kann, hat er sich nun an die Schriftstellerei gewagt und um genau diese soll es heut gehen.

Bela’s Erstlingswerk ist ein Roman und trägt den wundervollen Titel „Scharnow“. Scharnow – wer oder was bist du und wieso ausgerechnet dieser Titel? –

Scharnow ist ein fiktiv erdachter Ort in Brandenburg, welcher nur so vor Kleinstadtidylle strotzt. In und um diesen Dort geschehen Dinge, welche zum Teil sehr absurd klingen, doch so manchen sagen lässt „Ja klar, der Mensch ist nun einmal das Wesen auf dem Planeten Erde, mit den krankesten und groteskesten Gedankengängen und auch Handlungsweisen.“

Kurzinhalt von Scharnow

Der Roman glänzt gleich zu Beginn mit einer sechs Seiten langen Personenverzeichnis, welches von A wie „Agent“ bis Z wie „Zoyxe und Mandarine“ weit über 50 Figuren und Schauplätze kurz vorstellt.

Wie schon erwähnt handelt es sich bei Scharnow um eine brandenburgische Kleinstadt, mit verschiedensten Einwohner/innen, jeglicher Couleur.

Die Geschichte ist schnell erzählt ist definitiv die falsche Ausdrucksweise. Scharnow ist eigentlich ein ruhiges Pflaster um sich niederzulassen und seinem Drang nach Einkehr nachzukommen. Jedoch der Schein trügt, denn so einige Einwohner/innen besitzen interessante Biografien bzw. versuchen, aufgrund von bestimmten Handlungsweisen, ihrem Leben den entsprechenden Gesprächstoff zu geben.

In Scharnow ist scheinbar der Hund begraben, jedoch ergibt es sich, dass ein Zusammenschluss von vier Freunden („Pakt der Glücklichen“), ihrer Freizeitgestaltung, betrinken und Trash-/Horrorfilme zu schauen, nicht mehr nachgehen können. Grund dafür – Geldmangel. Da sie es sich trotzdem nicht nehmen lassen wollen, sich mit Chips und Alkohol ihren „Astralkörpern“ nachzukommen, beschließen sie den einzig existierenden Supermarkt namens „Billkauf“ zu überfallen. Um und in diesen Einkaufsladen entstehen verschiedenste Szenarien, die zu einem komödiantische Züge mit sich bringen, zum anderen auch eine Liebesgeschichte entwickeln lassen. Neben dem schon erwähnten Pakt, lernt der/die Leser/innen auch die Vereinigung „BsB“ (Bund skeptischer Bürger) kennen, welche Verschwörungstheorien in die Welt setzen und daraus wirklich die absurdesten Anschlagsziele sich herausbilden. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Hamid, syrischer Flüchtling, verliebt sich in Nami, ein Mangamädchen. Ebenfalls werden Fantasyfreunde bedient, denn neben mordenden Büchern, kommt auch die Tierwelt zu Wort und auch übermenschliche Kräfte spielen eine doch nicht unerhebliche Rolle.

Fazit zu Scharnow

Bela B. hat es geschafft einen Debütroman zu veröffentlichen, welcher schräg daher kommt und verschiedenste Genres bedient. Mir persönlich fiel es wirklich leicht der Geschichte und auch den Sprüngen in den einzelnen Kapiteln zu folgen, was am Ende auch daran liegen mag, dass ich ein Liebhaber von Filmemachern wie Quentin Tarantino oder den Coen-Brüdern bin. Die letzteren, sofern noch nicht geschehen, sollten sich eventuell wirklich mal überlegen dieses Schriftstück zu verfilmen.

Es macht Spaß und Freude zu sehen, wie sich die einzelnen Hauptprotagonisten mit ihren eigenen Geschichten und Eigenschaften in die eigentliche Erzählung einbringen. Hier gibt es für Menschen, die einen lässigen Humor lieben, welcher auch mal wehtun und an Ekelgrenzen muss, genau die richtige Auswahl an Situationen. Ebenso werden Romantiker, also Rosamunde Pilcher lässt grüßen, bedient, sowie die Fans von abgedrehten Science Fiction- und auch Krimigeschichten.

Bela gelingt es einen wirklich sehr trüben Ort lebendig zu gestalten und dabei nicht über das Ziel hinauszuschießen.

Von daher sage ich hier wurde vieles richtig gemacht und deshalb sage ich, dieses Erstlingswerk kann sich getrost zugelegt werden.

Bela B Scharnow

Format : Buch

Label : Heyne Hardcore

Website : http://www.bela-b.de/scharnow

Eddie Johnson

Fast niemand kann Besserwisser leiden, aber ich mag mich. Aufgewachsen und groß geworden im östlichen anhaltinischen Fläming, leb ich aktuell in einem über eine halbe Millionen kleinen Kaff in Mittelsachsen. Ich hatte mal eine Glatze und bin aktuell wieder mit vollem Haupthaar versehen. Glatze kommt bestimmt eher als mir lieb ist wieder. Neben Konzerten von verschiedensten musikalischen Einflüssen (abgesehen vom heißgeliebten Punk, geht’s auch gern ruhiger oder mal mit Bass), sind auch Besuche von bestimmten sportlichen Veranstaltungen mein Steckenpferd.
Jetzt schreib ich hier über meine Gedanken und alles was so subkulturelles anfällt. Ich bin gespannt...
Eddie Johnson
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