CUIR – L‘ Album

Synth-Punk

CUIR - L'Album

Als ich neulich mal wieder durch das Internet streunte und mich von den Youtube- und Bandcampalgorithmen leiten ließ, bin ich bei einem interessanten Künstler gelandet. CUIR – französisch für Leder. Und damit der Name auch zum Erscheinungsbild passt, tritt das Ein-Mann-Projekt mit einer pinken Ledermaske in Erscheinung. Tatsächlich hat mich zuerst das Cover des Debutalbums „L‘ Album“ neugierig gemacht und dann kam erst die Musik. Um schlüpfrige Rückschlüsse auszuschließen, erwähne ich auch nochmal, dass ich wirklich nur nach Musik gesucht habe…

Neben dem markanten optischen Auftreten des Soloprojekts, hat die Musik nämlich auch einiges zu bieten. Vor diesem Projekt war CUIR unter seinem Alter Ego Doug in den Bands Coupe Gorge und Sordid Ship unterwegs. Besonders Letztere hört man aus seinem Soloprojekt heraus. Als CUIR kombiniert er deren Streetpunk mit Synthiesounds. Das aber nicht im aufdringlichen, schnell nervigen Sinne, sondern eher dezent gehalten. Dadurch schafft er es, eine ziemlich rockige und tanzbare Kombination zu liefern. Zwar gibt im Opener/Intro „Maniac“ noch der Synthesizer die Richtung vor, pendelt sich das Ganze schnell zu einer gelungenen Mixtur ein.

Textlich tobt sich CUIR in seiner Muttersprache aus. Aufgrund meiner fehlenden Französisch-Kenntnisse fällt mein Urteil hierzu eher schmal aus. Dank etwas Recherche kann ich aber sagen, dass sich CUIR thematisch an dem angestrebten Image des Projekts entlang arbeitet. Exzess, Krawall und Rosa Sturmhauben („Cagoule Rose“).

Einer der Ohrwürmer der Platte ist der Song „Immature“. Dieser geht schnell ins Ohr und lässt sich trotz Sprachbarriere verstehen. Außerdem hat er ein passendes Video im Beat ’em up -Stil bekommen. Allein deswegen hat der Song eine besondere Erwähnung verdient.

Leider ähneln sich die elf Songs doch ziemlich. Dieser Fakt macht L‘ Album zwar nicht weniger gut, allerdings bleibt dadurch auch wenig hängen und man erinnert sich wahrscheinlich am Ende nur, dass das doch dieser Franzose mit rosa Fetischmaske ist.

Bleibt also zu hoffen, dass die Platte nicht nur eine Beschäftigungstherapie aus Corona-Zeiten bleibt, sondern auch auf die Bühnen getragen wird. Die Platte schreit nämlich förmlich danach, in kleinen Clubs vor alkoholisiertem Publikum gespielt zu werden.

Info

Format: LP/digital

Labels: Rockstar Records & Offside Records

Band Website: https://cuir1.bandcamp.com/

Maik
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