Dylan Disaster – Remission

Singer-/Songwriter

Dylan Disaster - Live

Oh jemine, ein weiterer Punk, der sich mit Akustikgitarre auf Solopfade begibt? Ja und nein. Ja, weil Dylan Disaster mit Nowherebound eigentlich eine feste Kapelle im Hintergrund hat. Nein, weil er auf „Remission“ auch elektrisch und laut unterwegs ist. Und das überwiegend.

Dylan Disaster – Milestone (elektrisch)

Ganz und gar man selbst sein, diesen Vorzug einer One-Man-Show betont auch er. Musikalisch ausleben konnte er sich auf seinem zweiten Soloalbum allemal: Nicht nur Vocals und Gitarre, sondern auch Percussions, Ukulele und Keyboard hat er eingespielt – ach ja, und seine eigenen Backups ebenfalls. Rausgekommen ist ein Dutzend Songs auf dem schmalen Grat zwischen Street- und Poppunk, was denn auch textlich gespiegelt wird: Es geht um die zwar ganz persönlichen, aber irgendwie auch üblichen Höhen und Tiefen, denen mal zuversichtlich, mal resignierend begegnet wird.

Dylan Disaster – Milestone (akustisch)

Wenn der junge, reichlich mit Tinte verzierte junge Mann aus Austin, Texas, ohne Band live unterwegs ist, klingt es dann auch ziemlich nach Singer-Songwriter. Dylan macht das alles zwar echt gut und ist bestimmt auch credibel, aber Dutzend andere haben die gleichen Themen schon ähnlich verarbeitet. Gar nicht mal besser, nur eben vorher.

Info

Format: LP & Download

Label: Ring of Fire Records/Travel Well Records

Bandwebsite: www.dylandisaster.com

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

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