Kein Potential / Die verwesenden Altlasten (D.V.A.) – Auf ein Wort (Split)

Deutschpunk

Kennt ihr das auch. Ihr erhaltet einen neuen Tonträger,schaut, bevor überhaupt ein Ton abgespielt wurde, auf das Cover bzw. das jeweilige Artwork und ihr denkt euch „Ach du Heiliger, bitte lass wenigstens die Mucke knallen und bei mir ankommen.“

Genau dieses Spiel fand in meinem Kopf statt, als ich die Spilt von KEIN POTENTIAL und DIE VERWESENDEN ALTKASTEN mit dem Titel „Auf ein Wort“ erhielt. Gut dachte ich mir, hau das Teil mal in deine 5 Miliionen Watt Bass-Machine und versuche dich darauf einzulassen.

Die Optik ist ein Weggucker

Kurze Beschreibung zur visuellen Aufmachung – die Compact Disc hab ich in einer Papphülle erhalten, die im vorderen Teil des Covers mit den beiden Bandnamen sowie dem Titel der Split-CD versehen ist. Im Zentrum befindet sich ein Lagerfeuerbild. Auf der Rückseite sieht man ein Bild der Protagonisten und die jeweiligen Liedtitel. Glaubt mir ich hab versucht ein wenig Freude daran zu finden, nur hat es, auch bis zum heutigen Tag, nicht geklappt. Gut genug dazu. In erster Linie will ich hier über die Musik schreiben und nicht 1000 Wörter über die Gestaltung verlieren.

Kein Potential

Die Split wird von KEIN POTENTIAL (KP) eröffnet. Ganze 8 Songs werden, von KP, einem gleich mal entgegen geschmettert und hier erhält man wirklich klassischen Punk, welcher gern mal stumpf und schief klingt, andererseits auch wieder melodisch und brachial daher kommt. Die Stimme des Sängers nicht immer auf wohlklingender Augenhöhe, was an gewissen Stellen echt stört. Textlich bewegen sie sich zwischen Gesellschaftskritik und banalen Saufliedern. Mit „Nie mehr frei“, „Alles auf Anfang“ und „Nachbarschaftshilfe“ sind 3 eigene Lieder an Bord, die mich thematisch echt abholen und auch gut verpackt sind. Den platten und nichtssagenden Saufliedern kann ich hingegen nix abgewinnen. Entweder sie orientieren sich da in Zukunft an Klassikern wie „Filmriss“ (Knochenfabrik), „In der Kneipe zur trockenen Kehle“ (Schleimkeim) oder wegen meiner auch „Biertrinken ist wichtig“ (Volxsturm) – oder sie lassen es in Zukunft einfach, den nix ist schlimmer als nen Lied namens „Saufpark““ was nicht eine hängengebliende Zeile mit sich bringt. Da schmeckt selbst ausgegebene Bier nicht mehr. Eine lobende Notiz möchte jetzt hier auch noch hinterlassen – mit dem Cover Vorkriegsjugendcover „Vaterland“ hat man wirklich Gespür und Zeitgeist bewiesen. Klar es kommt nicht an das Original heran, ist aber schöne künstlerische Ehrerbietung.

Die Verwesenden Altlasten

DIE VERWESENDEN ALTLASTEN (D.V.A.) starten gleich mit klangvollen, euphonischen Punkrock, welcher sich gleich im Ohr festsetzt und mich direkt zum nochmaligen hören verleitet hat. Hier merkt man sofort – die Künstler sind schon ein paar Jährchen länger im musikalischen Punkkosmos unterwegs. Gesang und Melodie ergeben eine Einheit, was sich am Ende als ein stimmiges Klangbild beschreiben lässt. Hier sitzen die Töne. Die kraftvollen Gitarreklänge machen einfach nur Spaß und ich hatte gleich ein Gefühl von wohlemfpinden in mir. Textlich werden hier neben nachdenklichen Worten („Aus dem Leben eines Trinkers“, „Bestandsaufnahme“, „Krass“ und „Der Mann von der AFD“),auch besinnliche Beiträge („Misanthropical Island“) abgeliefert. Alles in allem ist das der Split-Part, welcher Freude macht. Die Refrains werden das ein oder andere mal durch einen Chor widergegeben und JA es passt. Der Platte hätte mehr von D.V.A. gutgetan, aber gut dafür is es nunmal eine Split und kein eigens produziertes Album.

Fazit – „AUF EIN WORT“ hat, dank D.V.A., einige Highlights, die auch gern mal bei der ein oder anderen Playlist mit eingespielt werden können. Hier wird eine durchschnittliche Deutschpunk-Split geboten, die am Ende nicht zum Klassiker aufsteigen wird.

Das Cover der Split-CD

Info

Format: CD

Label: S.N. Rex

Band Websites: http://keinpotential.blogspot.com/  & http://dva.blogsport.de/

Label Website: www.sn-rex.de/

Eddie Johnson

Fast niemand kann Besserwisser leiden, aber ich mag mich. Aufgewachsen und groß geworden im östlichen anhaltinischen Fläming, leb ich aktuell in einem über eine halbe Millionen kleinen Kaff in Mittelsachsen. Ich hatte mal eine Glatze und bin aktuell wieder mit vollem Haupthaar versehen. Glatze kommt bestimmt eher als mir lieb ist wieder. Neben Konzerten von verschiedensten musikalischen Einflüssen (abgesehen vom heißgeliebten Punk, geht’s auch gern ruhiger oder mal mit Bass), sind auch Besuche von bestimmten sportlichen Veranstaltungen mein Steckenpferd.
Jetzt schreib ich hier über meine Gedanken und alles was so subkulturelles anfällt. Ich bin gespannt...
Eddie Johnson
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