Lemmy – Eine Hommage

Huldigung einer Legende

Dieses Buch hatte ich schon ´ne Weile auf´m Schirm. Gar nicht unbedingt wegen Lemmy, sondern weil sich die Autorenliste verdammt gut anhörte. Umso größer war die Freude darüber dieses Buch irgendwann in meinem Briefkasten zum Besprechen zu finden. Ich muss ja zugeben, dass ich bis heute noch nicht dazu kam, Lemmys Biografie zu lesen. Das ist deshalb ungewöhnlich, weil ich sehr gerne Biografien lese. Ich habe sogar die Biografie von Mike Krüger gelesen, das sagt doch wohl schon einiges. Umso besser, dass Jörg Herbig das Buch eröffnet und erstmal Herrn Kilmister im Schnelldurchgang vorstellt. Schon nach den ersten Seiten steht fest, dass ich mir jetzt dringend mal Lemmys Biografie besorgen muss. Weiter geht’s mit sehr kurzweiligen Geschichten rund um Motörhead.

Jerk Götterwind verrät, warum er damals die Hänseleien um seine Jeans locker ertrug obwohl er sich eigentlich auch eine „anständige“ Hose hätte kaufen können. Ich schätze, die Meisten von uns hätten genauso gehandelt. Joachim Hiller bedankt sich im Interview bei Lemmy für dessen Aussage über Fußball. So ganz unrecht hat er ja auch nicht, haha. Sehr gelungen übrigens, dass Motörhead nicht nur abgefeiert werden, sondern auch mal z.B. Silke Vogten zu Wort kommt, die mit der Band eigentlich gar nicht so recht was anfangen kann. Marvin Chlada entzaubert auch mal kurz im Vorbeigehen die, zugegebenermaßen nicht ganz so schlauen, Gedanken von Lemmy zum Thema Fleischkonsum. Aber hey, Adolf Hitler war auch Vegetarier.

Das Ganze liest sich sehr flott und unterhaltsam. Auch wenn ich persönlich eher zur „Ich habe Motörhead 2x live gesehen, das reicht“-Gattung gehöre, kann ich Kossi Koslowskis Begeisterung als 15-jähriger Stoppel beim Konzert im Jahre 1981 gut nachvollziehen. Einzig Hermann Borgerding trübt die Stimmung ein bisschen mit seinem traurigen, aber sehr starken 4-Zeiler „Who´s next?“. Außerdem mit von der Partie: Urs Böke, Florian Günther, Pablo Haller, Sven Heuchert, Boris Kerenski, Kai Kraus, Gunnar Lehmann, Miriam Spies und, sehr überraschend für mich, weil 20 Jahre nichts mehr von ihm gehört: Triebi Instabil.

PS: Eine Buchbesprechung über Lemmy/Motörhead, in dem auch Mike Krüger erwähnt wird, muss mir erstmal jemand nachmachen.


Info:

Marvin Chlada/Jerk Götterwind: Lemmy – Eine Hommage. Verlag: Trikont-Duisburg & Dialog-Edition. 88 Seiten, 10 Euro

Marco Capgras

Marco Capgras

Exil Darmstädter, aus dem wunderschönen Bad Offenbach geflohen. 1995 - 2012 bei der Punkband „Ungunst“ am Mikrofon, mimt er jetzt bei seiner aktuellen Band „Captain Capgras“ den großen Zampano. Zwischendurch schnappt er sich mal seine Kamera und knipst ein bißchen fürs Polytox. Das will er so lange machen, bis er die Konzertfotografie beherrscht. Somit dürfte er uns also noch sehr lange erhalten bleiben…
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