Macsat – Badaboom

Kein schlechter Output: Nach „Schnaps & Liebe“ vom letzten Jahr hauen Macsat mit „Badaboom“ schon den nächsten Longplayer raus. Erneut gibt es eine Mischung aus Reggae, Ska, Rock und Punk; manchmal langsam, meistens schneller, mit deutschen und englischen Texten. Und wie beim Debüt hat die Band aus Münster/Köln wieder zahlreiche Gastmusiker gewinnen können: Offbeat-Übervater Dr. Ring-Ding zum Beispiel toastet mit seinem mächtigen Organ im Song „Für Dich“, einer energetisch vorgetragenen Liebeserklärung an ein anonymes Gegenüber, deren witzige Lyrics sich im Kopf festsetzen – eines von vielen Stücken mit akuter Ohrwurm-Gefahr: „Für dich – würd’ ich zu allen Göttern beten; für dich – mach ich aus Trauerfeiern Feten!“ Ein weiterer Gast ist Dritte-Wahl-Sänger Gunnar im punkigen Überholspur-Mitgröl-Song „Freundin“. Das Aeronauten-Stück ist übrigens neben „The Harder They Come“ das einzige Cover auf der Platte.

Richtig, der Jimmy-Cliff-Klassiker war bereits in einer leider nicht ganz so glücklich eingedeutschten Version auf dem ersten Album; und auch dieser zweite Anlauf ist für meine Begriffe leider … na ja. Alle anderen Stücke können sich aber hören lassen und man fragt sich, wie Macsat es wieder geschafft haben, solche Prominenz für ihre Veröffentlichung zu verpflichten. Die Jungs sind anscheinend nicht nur erfahrene Musiker – alle Fünfe spielten oder spielen auch in anderen Bands –, sondern auch sympathische Zeitgenossen. Und sie machen halt einfach mal. D.I.Y. ist das Motto, das nicht nur besungen wird („Schere Und Papier“ ), sondern auch gelebt: Frontmann Claas hat auch dieses Mal das Artwork des Albums gestaltet, das als Digipak-CD und Klappcover-180-Gramm-Vinyl zu haben ist – und damit unter Beweis gestellt, dass er nicht nur einen guten Sänger abgibt.


Info

Format: CD, LP + Download, MC

Band: Facebook

Label: Homepage, Facebook

Tilmann Ziegenhain

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

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