MDC – Millions of Dead Cowboys

Countrypunk

Millions of Dead Cops

Für die Einleitung machen wir eine kleine Zeitreise zurück in das Jahr 2017: Die Hardcore Urgesteine MDC spielen in Frankfurt im Dreikönigskeller. Unglücklicherweise musste sich Schlagzeuger Al Schvitz kurz vorher einer Lungen-OP unterziehen. Wer den Dreikönigskeller kennt, weiß, dass es dort schnell eng und gemütlich wird. Und während sich der Raum füllt und auf die Band gewartet wird, raucht das Publikum die ein oder andere Zigarette. Das diese Tatsache nicht besonders zuträglich für eine frisch operierte Lunge ist, kann man sich denken. Es kam, wie es kommen musste: Nach einem Song Vollgas wirft Al das Handtuch und muss später am Abend auch noch ins Krankenhaus gebracht werden. 40 Jahre Hardcorepunk gehen dann doch nicht spurlos an einem vorbei. Aber anstatt abzubrechen, spielen MDC ihr Set einfach ohne Drummer und alles etwas langsamer weiter. Das Ganze verleiht den Songs eine gewisse Country-Note. Und am Ende des Abends ist man sich einig, dass es zwar anders, aber gut war.

Zurück im Hier und Jetzt. Über Social-Media-Kanäle habe ich mitbekommen, dass MDC ein Album rausbringen, dass Millions of Dead Cowboys heißt. Und es handelt sich nicht um einen Nachfolger des 2017 erschienenen „Mein Trumpf“, sondern ein eigenständiges Album, mit Countrycoversongs von MDC-Klassikern.

Million of Dead Cops, was die ursprüngliche Bedeutung der drei Buchstaben ist, sind ja eher für ihren schnellen „Old-School-Hardcore“ bekannt. Und so klingen die Neuinterpretationen erstmal sehr gewöhnungsbedürftig. Eher wie eine durchschnittliche Parodie der Originale. Gibt man den Songs aber eine Chance, gehen sie spätestens beim dritten Durchlauf ins Ohr. So kommen die Texte viel besser zu Geltung. Und auch die etwas gealterte Stimme von Dave Dictor passt zu dem Countrystil. Vor allem bei dem Hit „John Wayne was a Nazi“ passt der neue Anstrich wie der Colt in den Halfter.

Abschließend muss aber nochmal über das grauenhafte Cover gesprochen/geschrieben werden. Das Ganze sieht aus, als wäre es im ayahuasca- oder guatemaltekischen Pfefferschotenrausch gemalt worden und auf dem Hippiemarkt verkauft.

Ist man mit den Songs von MDC etwas vertraut, hat man also seinen Spaß an der Platte, ohne Vorkenntnisse ist das ganze dann doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Text: Maik

Info

Format: LP

Label: Twisted Chords

Band Website: www.facebook.com/mdcpunkbandofficial/

Label Website: https://twisted-chords.de/

Polytox Redaktion
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