Sickboyz – Slighty Damaged

Kräftiges Derangement

Das Karlsruher Sickboyz-Trio kenne ich vor allem wegen Sänger Mario. Ich glaube der war noch gar nicht volljährig, als ich mal ein Spermbirds-Konzert veranstaltete und sich seine damalige Teenie-Indiepunkband Bun Grave ins Vorprogramm mogelte. Seither kenne ich ihn mindestens noch als Sänger von Old Man Coyote oder Terrorfett. Sofern man es singen nennen kann, was der Kerl da abliefert. Von Kreischen oder Plärren kann jedoch keine Rede sein. Ich denke brüllen trifft es ganz gut. Denn trotz seines Alters, er zählt immer noch keine 30 Lenze, ist das ein amtliches Organ, was er da die letzten Jahre großgezogen hat. Das ist satt, das sitzt.

Aber es wäre ziemlich unfair den Blick ausschließlich auf dem Frontmann des Dreiers ruhen zu lassen. Denn was die Combo am 22. September bei ihrer Releaseparty abgezogen haben war ein grandioses Rundumbild. Basser Alex bangte vom ersten Lied ab ziemlich heftig, was die Stimmung aufgrund seiner langen Haare umgehend auf eine Level trieb, das viele Bands erst bei der Zugabe hinbekommen. Doch auch ohne die Jungs live gesehen zu haben, kann man sich für ihren Bastard aus Schweinerock, Rock ‘n’ Roll und Hardcorepunk begeistern. Denn die Platte ist tiptop aufgenommen und ballert ordentlich tight aus den Boxen.

Ziemlich cool finde ich das Gesamterscheinungsbild der LP inklusive Downloadcode. Denn obwohl es sich hier um eine vollständige Eigenproduktion handelt, wurde an keiner Ecke unnötig gespart. Das Cover ist aus amtlicher Pappe, die Innenhülle, auf der die Texte stehen, ist fast genauso fett und das Vinyl selbst erstrahlt in unbeflecktem Schneeweiß.

Insgesamt also geiler frischer Scheiß aus dem Südwesten dieses Schlandgebildes, von dem man hoffentlich etwas länger hat, weil die Kerle an den Instrumenten noch locker 15 bis 20 Jahre haben, bevor sie überhaupt ans Aufhören denken dürfen.


Info

Format: LP inkl Downloadcode, CD

Band: Facebook

Bestellen: Sickboyz-Shop

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky
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