The Baboon Show – Radio Rebelde

Für Kopf, Herz und Beine

Die Vögel trällern es seit einigen Wochen wie wild von den Dächern verschiedener Printmedien sowie Facebook (Twitter muss man bei der Wortwahl auch erwähnen, kann ich aber nix zu sagen, weil es mich nicht interessiert): Heute erscheint Radio Rebelde, das neue Album von „The Baboon Show, The Baboon Show, The Baboon Show“ – das Zitat geht an Sängerin Cecilia, die auf diese Art sich und ihre Mitstreiter live gerne abfeiert.

Allerdings darf man in der Promoschiene YouTube nicht vergessen. Denn bereits im Oktober (Same Old Story) und im Januar (Radio Rebelde) sind zwei klasse Videos im Voraus erschienen. Hier der Clip zum Titeltrack.

Der Song Radio Rebelde ist gleichzeitig auch der Opener zu dem nun achten Album der Schweden, auf dem sie insgesamt elf Lieder abliefern. Diese sind allesamt eindeutig an ihrem typischen Sound zu erkennen, den sie in den letzten Jahren perfektioniert haben. Und selbstverständlich an Cecilias wunderbar rau-kratzig-kraftvollen Stimme.

Wie dem Werdegang von The Baboon Show zu entnehmen, ist Radio Rebelde die logische Fortentwicklung der letzten Jahre. Denn sowohl als Menschen als auch als Band sind die vier keine Typen, die auf der Stelle treten. Die Weiterentwicklung besteht in mehr Abwechslung, mehr Rock und auch mehr Pop. Doch keine Sorge, der Punk wird nicht vernachlässigt. Genug Schnodder und Rotz sind vorhanden. Wie viel davon in den Lieder steckt, wird das Quartett live sicher beweisen. Ebenso das Glamgepose. Dafür Pate steht Hurray, der Opener der Vinyl-B-Seite. Der übrigens wie eine Hommage der endgültig zerlegten AC/DC klingt.

Ebenfalls sticht Hit the Floor aus dem Gesamtpaket hervor, in dem sogenannter linker Gewalttourismus in Frage gestellt wird. Darin werden eben Genannte darauf hingewiesen, dass sie mit ihren reinen Zerstörungsaktionen nicht wirklich viel bewirken. Stattdessen für noch mehr Repression sorgen. Nach wie vor eine durchaus angebrachte Kritik an denjenigen, die sich auf Gewaltaktionen beschränken und sonst nichts beizutragen haben. Unweigerlich musste ich dabei gleich an mindestens zwei Personen aus meinem Bekanntenkreis denken. Diese mischten vor langen Zeiten gerne ordentlich mit, um sich hinterher bei McDonalds mit Burgern einzudecken …

Das Bild dieser einmal wieder herausragend guten und voller Energie pumpenden Punkrock-Stomper-Scheibe von The Baboon Show möchte ich mit einem kleinen historischen Hinweis vervollständigen. Nämlich, dass sich der Albumtitel Radio Rebelde auf den einstmaligen Piratensender der kubanischen Rebellen um Fidel Castro und Che Guevara aus dem Jahre 1958 bezieht. Über das heutige Programm des Senders kann ich wenig berichten, weil meine Spanischkenntnisse dafür zu mies sind.

Für Interessierte gibt es unten den Link. Doch vorher die Fäuste hoch zur Solidarität für den zweiten bislang veröffentlichten Track Same Old Story, der ein fantastisches Cover von Knutna Nävar ist.

Mit Radio Rebelde ist The Baboon Show ihr bislang abwechslungsreichster Longplayer gelungen, der mehr ist als nur Musik. Mich spricht er außer in den Beinen vor allem wieder im Kopf und im Herzen an, wofür ich ihnen erneut überaus dankbar bin. Mag es die Band noch lange geben – und wenn es sein soll, dann auch gerne im größeren Rahmen!


Info:

Format: LP, Special Edition LP, CD, Special Edition CD, Download

Band: Homepage, Facebook

Label: Homepage, Facebook

Radio Rebelde: Homepage

Tourdaten:

21.03.18: Faust, Hannover, Germany
22.03.18: SO36, Berlin, Germany

23.03.18: Stadthalle, Rostok, Germany – auf dem Tourfinale von Feine Sahne Fischfilet

24.03.18: Conne Island, Leipzig, Germany
25.03.18: Groovestation, Dresden, Germany
27.03.18: Rock Cafe, Prague, Czech Republic
28.03.18: Arena, Wien, Austria
29.03.18: Club Vaudeville, Lindau, Germany
31.03.18: Dynamo, Zürich, Switzerland
01.04.18: Walfisch, Freiburg, Germany
02.04.18: Kranhalle Im Feierwerk, München, Germany
04.04.18: Schlachthof, Wiesbaden, Germany
05.04.18: Gebäude 9, Köln, Germany
06.04.18: Lagerhaus, Bremen, Germany
07.04.18: Uebel & Gefährlich, Hamburg, Germany
01.05.18: Speicher, Husum, Germany

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky

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2 Kommentare

  1. Schöner Artikel über die Baboons.Aber, daß Facebook ein Printmedium ist ist mir neu.*grins* Nix für ungut !!Hat mich halt amüsiert.

    • Wir müssen Dich enttäuschen, Du hast Dich umsonst amüsiert 🙂 Bocky hat nicht geschrieben, dass Facebook ein Printmedium sei. Er schrieb: “…verschiedener Printmedien sowie Facebook…”. Sowie macht hierbei deutlich, dass es sich um zwei verschiedene Medien handelt 😉 So, KLugscheißer-Modus aus. Es freut uns, dass Dir der Artikel gefallen hat. Cheerio!

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