Ufosekte /// The Skinny Millionaires/ Christmas

Punkrock

Ufosekte_Skinny Millionaires Christmas Review

Ufosekte – 5 Songs 7”

Es ist immer schade, wenn eine Lieblingsband aufhört zu spielen. Doch manchmal entstehen aus den Einzelteilen wundervolle Sachen, die den Verlust vergessen machen. Tatort Toilet waren so eine Band. Was habe ich diese Band geliebt und was war ich traurig, als wir nach ihrem letzten Auftritt im AZ Aachen an der Theke standen und Cocktails tranken. Doch dann kamen Snob Value mit Vince und Jens, Martin begeistert mittlerweile mit Country und Blues, und Norman macht seit einiger Zeit bei Oidorno die Workingclass unsicher.

Und auch schon seit einigen Jahren gibt es die Ufosekte, die Jens und Vincent schon während der Zeit mit Snob Value gründeten. Mit dieser Band haben sie sich musikalisch noch ein wenig weiter geöffnet. Neben Gitarre, Bass und Bass gibt es bei Ufosekte auch ein Synthi zu hören. Musikalisch sind die Wipers sicher ein Einfluss wie vermutlich auch aktuellere Bands aus Portland wie Estranged, Hex Dispensers oder Red Dons. Dank dem Syntheziser kommt dann auch noch ein bisschen Spits hinzu und so klingen die fünf Lieder der Single ziemlich frisch und eigenständig. Die Geschwindigkeit liegt meist im Uptempo-Bereich, keines der Lieder dauert länger als 3 Minuten. Die drei Stücke auf der A-Seite dauern nicht einmal 2 Minuten. Ufosekte kommen auf den Punkt und rauben mir keine Zeit mit sinnlosen daddeleien – was mir prima gefällt. So komme ich nicht umhin, eine kaufempfehlung für diese musikalische Kleinod zu empfehlen, das darüber hinaus auch noch hübsch aufgemacht ist. 

Ufosekte sind eine großartige Band und ihre Debütsingle ist nicht minder großartig. Ich hoffe das es von den sympathischen Frankfurtern künftig noch mehr zu hören gibt.

Info

Format: 7”

Label: Tomatenplatten

Band Website: https://ufosekte.wordpress.com/

The Skinny Millionaires/Christmas – Split 7”

Die deutsch-amerikanische Freundschaft lebt – zumindest auf dieser Single. The Skinny Millionaires aus den USA und Christmas aus dem Saarland steuern je ein Lied zu der hübsch gestalteten 7” bei. Bei den Skinny Millionaires hatte ich zunächst ein paar leichte Vorurteile, spielt mit Mikey Millionaire doch der Gitarrist der Turbo A.C.’s mit und die Band fand ich schon immer sehr überbewertet. Langweiliger Hardrock mit dem ein oder anderen Surfriff an der Gitarre, dazu die immergleiche prollige Covergestaltung mit Auto und leicht bekleideter Frau – ich habe von den Skinny Millionaires nicht wirklich viel erwartet. Und dann geht “Negotiations didn’t go so well” los und ich bin positiv überrascht.

Roher Punkrock im Midtempo, der mich aufgrund Mikeys hohem Gesang angenehm an Discount erinnert. Leider kommt dieses Review nicht ohne ein “aber”, denn ans Ende des Liedes musste unbedingt noch ein langes Gitarrensoli angehängt werden, das nicht nur nervt, sondern auch noch schwer selbstverliebt klingt, und dafür sorgt, dass sich mir die Zehennägel nach oben drehen. Aber ich will mich ja nicht immer nur vom ersten Eindruck leiten lassen und so hoffe ich, dass die Gitarrensoli bei ihren anderen Lieder dezenter eingesetzt werden, dann könnte das mit uns vielleicht doch noch etwas werden. 

Christmas gehen auf der Flipside den Weg des geringsten Widerstands und covern “Don’t talk to me” von GG Allin, der – das vergisst man ja leider – zumindest in seiner Anfangszeit einen Haufen guter Lied schrieb und “Don’t talk to me” ist davon vermutlich das bekannteste und beliebteste. Die Interpretation der Saarländer bleibt nahe am Original und so dürfte sich auch niemand vor den Kopf gestoßen fühlen. 

Insgesamt eine Single, die niemand unbedingt im Plattenregal stehen haben muss, sofern sie oder er kein Hardcorefan der beiden Bands ist, die aber auch nicht stört, wenn sie im Regal steht. Einen Bonuspunkt gibt es für das hübsche Cover.

Info

Format: 7”

Labels: LSD im Trinkwasser, Jan ML Records, Maja von Lobeck

Band Websites: https://de-de.facebook.com/skinnymillionaires/ & https://de-de.facebook.com/Christmas666/

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Falk Fatal

Lügenbaron, Tunichtgut, Aushilfsmisanthrop. Zudem Herausgeber des fulminant-famosen Fanzines Der gestreckte Mittelfinger, Sänger der Oldiepunkband FRONT und Gelegenheitsschmierfink für diverse Schundpublikationen. Mimt hier eine Hälfte der Chefredaktion.
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