Vinorosso – Geboren in die Berg

Offbeat-Musik

Dem sicher nicht ganz ernst gemeinten Anspruch, mit „Alpiner Welt Music“ gleich ein ganzes Genre erfunden zu haben, werden Vinorosso nicht gerecht. Dennoch ist es eine wilde Mischung mit Alleinstellungsmerkmal, was die sieben Jungs da vorlegen.

Basis ist der Offbeat – und zwar in allen Varianten, von Ska, über Reggae bis Rocksteady. Dazu packen Vinorosso aber eine ordentliche Ladung Südtirol: Durch die Themen, die neben Abstechern ins Englische und Italienische überwiegend auf deutscher Mundart vorgetragen sind, aber auch durch den ein oder anderen musikalischen Akzent. Wenn das Blech schon mal da ist, warum nicht mal ein bisschen Blasmusik? Wegen mir hätte es davon ruhig etwas mehr sein können. Dass sie in „Zrug Zu Die Wurzeln“ den Schattenseiten der Globalisierung ausgerechnet „Identität“ gegenüberstellen, ist ein songwriterischer Griff ins Klo, der von der Szene-Polizei aber nicht überbewertet werden sollte: Vinorosso bekennen sich offen zur richtigen Seite, wo sie allein schon wegen ihrem musikalischen Konzept auch hingehören.

„Geboren In Die Berg“ geht mitunter direkt ins Tanzbein, denn wie auf dem Debüt von 2012 findet sich auch auf diesem zweiten Longplayer die ein oder andere Uptempo-Perle! PS: Der mit Federn geschmückte Kopf auf dem Cover ist ein Saltner, die einst Weinberge vor aufdringlichen Vögeln schützten, eine Art wandelnde Vogelscheuche also – und wieder was gelernt!

Info

Format: CD & Download

Label: Eigenproduktion

Bandwebsite: www.vinorossoband.com

Tilmann Ziegenhain

Der leicht adipöse Mittdreißiger kann von vielem etwas, aber nichts richtig und hatte damit die besten Voraussetzungen, um irgendwas mit Medien zu machen. Wenn er nicht in Mannheim als Redakteur arbeitet, studiert er in Frankfurt, lebt in Darmstadt oder fällt in seinem Geburtsort Wiesbaden rum.
Hätte er mehr Zeit, würde er gerne Sütterlin und Blues Harp lernen – oder öfter die Rüsselspringer im Zoo besuchen. Weil er aber immer noch nicht das Zehnfingersystem beherrscht, hat er keine.
Eine der letzten ungeklärten Fragen unserer Zeit ist ihm zufolge, wie Vegetarier eigentlich zu fleischfressenden Pflanzen stehen.
Nachdem er heute zum ersten Mal in der dritten Person über sich geredet hat, fragt er sich außerdem, ob es nicht Zeit für einen Künstlernamen wäre.
Tilmann Ziegenhain

Letzte Artikel von Tilmann Ziegenhain (Alle anzeigen)

Hat Dir der Beitrag gefallen? Dann tritt unserem SUPPORTERS CLUB bei und unterstütze uns bei Patreon!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich stimme zu.

*