Wanda Records – Files #114 + #115

Unschlagbares Duo

Dass Wanda Records für mich mit zu den patentesten deutschen Punkrock-Labels gehört, ist bekannt – Lest das Interview oder einige der Einträge, wie der hier . Daran ändern die Alben von Nasty Rumours und The Wheelz rein gar nichts. Ganz im Gegenteil, sie unterstreichen meine Meinung. Lest mal:

Nasty Rumours – Straight To Your Heart

Im Jahre 2014 des Herrn laufen mir die Schweizer meiner Erinerung nach das erste Mal über den Weg. Seiner Zeit mit der Girls in Love/Barbwire Heart-Single, die ebenfalls von Wanda Records veröffentlicht wird. Das Jahr darauf dann gleich wieder mit der auf den Namen Dilemma hörenden 7-Inch. Damit ist meine Aufmerksamkeit geweckt. Denn nachdem The Briefs gegen Ende der Nullerjahre erstmal aufstecken, kommt in der ’77-Richtung nur noch ne handvoll andere Bands nach, die mir richtig gut gefallen.

So richtig in love falle ich mit Nasty Rumours 2016 als sie bei der Neunjahresfeier der Alten Hackerei in Karlsruhe zusammen mit The Baboon Show auftreten. Da sind sie nicht bloß als Opener richtig große klasse, auch bei der Party hinterher lässt sich verdammt gut mit ihnen feiern.

Hinterher sehe ich die Berner noch einige Male und bin jedes Mal erstaunt in welchen kurzen Abständen sie live immer besser werden. Mittlerweile finde ich sie eine grandiose Liveband. Die Acts, für die sie heute den Support machen, müssen aufpassen da nicht die falschen mitzunehmen. Denn in der Regel trumpfen Nasty Rumours so wahnsinnig gut auf, dass es nach ihnen schwer ist das Niveau zu halten.

Mit Straight to Your Heart verhält es sich genauso. Es ist wirklich ein Kracher von Debüt-Album geworden. Den bisherigen Songs wurde einfach noch etwas mehr Zucker beigerührt und am Rezept des Songwriting gefeilt. Aus dem Studiobackofen wurde die nahezu perfekte poppige ’77-Punkrockscheibe geholt. Von den elf Liedern sind mindestens fünf dabei, die für die Punkrock-Ewigkeit geschrieben sind und die restlichen sechs sind auch fabelhafte Killer.

Wie man merkt, verfalle ich bei dem Album nur in Superlative. Tatsächlich halt, weil mich Straight To Your Heart einfach nur begeistert und ich euch diese Band mit allen Mitteln ans Herz legen will. Sicher ist das auch gar nicht mal so schwer. Schaut einfach regelmäßig auf deren Facebook-Seite. Ich schätze innerhalb der nächsten wenigen Monate, sind die auch bei euch in der Ecke. Dann geht ihr einfach hin und seid Nasty Rumours genauso verfallen wie ich.

Info:

Homepage

https://www.facebook.com/nastyrumours/

Bandcamp


The Wheelz – Top 10 Super Hits!

Mit einem fetten Grinsen stecke ich Nasty Rumours Straight To Your Heart wieder in die Hülle, stelle sie hin und himmel sie nochmal ganz verliebt an, während ich schon an der Cellophan-Verpackung von The Wheelz herum fummele. Der erste Eindruck gefällt mir sehr: Cooles Cover in Rasteroptik. Vom Titel her bin ich gespannt, schließlich lehnt man sich mit Top 10 Super Hits! schon arg weit aus dem Fenster.

Okay das erste Lied Enough Of This Bullshit beginnt mit einem TV-Show Sample. Damit punkten The Wheelz eindeutig bei mir, das können nur gute Menschen sein. Bestätigt werde ich nachdem das Sample behauptet Punks seien heartless manipulators und die Platte im Schweinsgalopp davonrennt. Nach 2:40 Minuten lande ich bei Throwaway und dessen Sample, das mich da fragt: „What do you wanna do with your life?“ Folgerichtig antwortet Sänger Tony: „I just wanna throw my life away“, in dreimaliger Wiederholung.

Man ahnt es bereits The Wheelz haben mich schon nach diesen beiden Songs absolut für sich begeistert. Es grenzt an bedingungslose Hingabe. Die zehn Lieder laufen so schnell und gut in meine Ohren, dass ich gleich nochmal von vorne beginne. Irgendwie haben sie ja schon was von The Briefs, aber nicht ganz so tadellos gestylt. The Wheelz klingen mehr nach mitten in einer wilden Party, bei der ohne Rücksicht auf Verluste Vollkontakt angesagt ist. Also im Sinne von Tanzen, Saufen, Hassenichgesehn.

Insofern hat das von einer leckeren The-Stitches-Show: Im totalen Alarmmodus wird im irren Wahn alles mögliche ungestüm mitgerissen. Zum Niederknien. Wie Monster von Wanda Records wieder mal an so eine Band rangekommen ist, will ich gar nicht genau wissen. Für mich ist lediglich wichtig, dass er das ist. The Wheelz sind treibender ’77-Punkrock, der einem dem Atem raubt.

Allerdings nur so lange, bis ich wieder den Weg an den Laptop finde. Denn da habe ich dann nichts besseres zu tun als einigen Bookern direkt zu schreiben, dass es in diesem Amiland eine Band gibt, die sie schnellstmöglich nach Schland holen müssen. Völlig selbstlos und uneigennützig. Versteht sich doch von selbst, oder?

Info:

Facebook

Bandcamp



Solltet ihr noch ne kompetente Quelle suchen, wo ihr die Scheiben kaufen könnt, lege ich euch einfach mal das Label ans Herz. Dort findet ihr vielleicht dazu passend noch einiges mehr: Wanda Records.

Bocky

Bocky

Aus dem Pfälzer Wald getrieben, schaffte es Bocky gerade über den Rhein bis nach Mannheim. Ende der Neunziger konnte er sich bis 2004 nicht entscheiden, ob er mit seinen Freunden lieber das Fanzine Pogo Presse veröffentlicht oder Punkkonzerte, Lesungen und Parties organisiert. Kurzerhand hängte er beides an den Nagel, um sich bald danach auf das Punkrock!-Zine zu konzentrieren. Doch nach knapp zehn Jahren und 24 Ausgaben wird dieser geile Lappen ebenfalls eingestellt. Nun markiert er erneut den Zampano aus der Asche.
Bocky
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